Muss man „hart“ agieren, um regieren zu können? Darf ein Staat tatsächlich nicht „barmherzig“ sein? Klaus Mertes, Rektor am Cansiuskolleg in Berlin, plädiert im Blog „Kreuz und quer“ für eine „politische Herzensbildung“.

Den kompletten Beitrag könnt ihr hier lesen

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Christen dürfen die Barmherzigkeit, die sie von Gott empfangen haben, an andere Menschen weitergeben. Wir sollen sogar unsere Feinde lieben. Die Bibel unterscheidet allerdings zwischen Einzelpersonen und christlichen Gemeinden auf der einen Seite, und der Regierung eines Gemeinwesens auf der anderen Seite. Der Staat trägt das Schwert (Das Gewaltmonopol) und sorgt damit für Recht und Ordnung. Eine Regierung, die nicht mehr für Recht und Ordnung sorgt, wird den Staat am Ende zerstören und damit ist keinem geholfen. Wenn z.B. deutsche Sozialhilfeempfänger aus Sozialwohnungen geworfen werden, damit in diesen Wohnungen Flüchtlingskontingente untergebracht werden (Wozu Kommunen verpflichtet wurden), dann ist das außerdem auch keine Barmherzigkeit mehr. Gerecht schon gar nicht. Wir brauchen eine weise und vorausschauende Politik, die alle Interessen im Blick hat. Einfach nur auf die Bergpredigt zu verweisen ist zu billig…

    • Das Umsetzen der Bergpredigt – oder allgemeiner – das Praktizieren des Liebesgebotes Jesu – könnte in der Politik beginnen in einem größeren Bemühen, politische Gegner nicht als Feinde sondern Mitkonkurrenten zu betrachten. Mitkonkurrenten als diejenigen anzusehen, mit denen man um demokratische Mehrheiten ringt, um dem Allgemeinwohl zu dienen und letztlich den Wählerauftrag in diesem Sinne zu erfüllen. Es sollte in der Politik, deutlich sichtbar, nicht nur um Machterhalt, sondern um das Ringen für bessere Lösungen und Alternativen gehen. Etwa beim Klimawandel geht es sogar um unsere irdische Existenz auf dem noch immer schönen blauen Planeten. Wenn wir unseren Planeten nicht gerechter machen und das Bevölkerungswachstum deshalb anhält, werden es in einigen Jahrzehnten apokalypische Zustände herrschen. Das ist dann die Hölle, die wir uns selbst schaffen. Gott straft uns nicht, aber er lässt uns auf die Nase fallen. Vielleicht bedarf die Menschheit einer generellen Umkehr, wie in der Geschichte von Jona und der Stadt Ninive.

      Zum Ernstnehmen der Bergpredigt gehört nicht nur in der Politik, sondern auch im sonstigen Öffentlichen Leben, dass sogenannte Personen der Zeitgeschichte, spricht Prominente, ihren Irrtum oder Fehler zugeben dürfen, ohne von der öffentlichen Meinung zerrissen zu werden. Wir müssen uns alle zugestehen, dass wir als Geschöpfe Gottes unvollkommen und mehr oder weniger irrende und fehlererzeugende Menschen sind. Vergebung muss auch im öffentlichen Raum nicht nur möglich, sondern Akzeptanz finden. Fehler und Irrwege haben auch etwas gutes: Wir können alle aus ihnen lernen und unser Leben verändern. Das Evangelium von Jesus Christus ist eine sehr befreiende, emanzipierende Botschaft. Dem Mitmenschen, dem wir seine Schuld uns gegenüber vergeben, wird auch Gott vergeben. Weil Gott uns immer wieder gnädig ist, dürfen wir auch unserem Nächsten gegenüber gnädig sein. Bei den ganz „kleine Brötchen backen“ fängt man an, wenn man der Bergpredigt Geltung verschaffen will. Übrigens hat der Staat als Ausübender des Gewaltmonopol auch die Resozialisierung eingeführt und die Begnadigung von Straftätern unter genau definierten Voraussetzungen. Weil wir alle mehr als eine zweite Chance bei unserem Schöpfer haben, der Jeden mit Namen und seiner Lebensgeschichte kennt, obwohl er ein fast unendliches Universum geschaffen hat. Wenn Jesus als Aspekt Gottes von Feindesliebe sprach, muss sie auch möglich sein. Etwa, wenn wir uns Feinde langfristig zu Freunden machen. Kreativität ist erlaubt.

      Wenn alle Menschen nur einen kleinen Schritt tun würden, um die Welt besser zu machen, würden wir fast im Paradies leben. Aber leider leben wir nicht mehr im Paradies. Es gibt politische Menschen in allen Parteien, die eine wertschätzende Sprache und einen achtsamen Umgang im Haifischbecken der Politik pflegen. Das Wunder: Sie werden nicht aufgefressen und sind sogar beliebt. Insbesondere wenn sie um Sachlichkeit bemüht sind.

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Please enter your comment!
Bitte gib deinen Namen ein