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Abtreibung

Bei einem Schwangerschaftsabbruch wird die Schwangerschaft durch einen medizinischen Eingriff vorzeitig vorsätzlich beendet. In der Regel überlebt der Embryo bzw. Fötus den Eingriff nicht.
2015 wurden in Deutschland 99.237 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet.
(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Schwangerschaftsabbrüche sind in Deutschland gemäß § 218 des Strafgesetzbuches rechtswidrig. Die Abtreibung bleibt jedoch straffrei, wenn sie innerhalb der ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft erfolgt (§ 218a) und die betroffene Frau sich mindestens drei Tage vor dem Abbruch bei einer staatlich anerkannten Stelle gemäß § 219 StGB hat beraten lassen.

Ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht rechtswidrig, „wenn der Abbruch der Schwangerschaft unter Berücksichtigung der gegenwärtigen und zukünftigen Lebensverhältnisse der Schwangeren nach ärztlicher Erkenntnis angezeigt ist, um eine Gefahr für das Leben oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren abzuwenden, und die Gefahr nicht auf eine andere für sie zumutbare Weise abgewendet werden kann.“
(218a, Absatz 2 StGB)

Nach einer Vergewaltigung ist eine Abtreibung nicht strafbar, wenn sie innerhab der ersten zwölf Wochen erfolgt.
(218a, Absatz 3 StGB)

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD):
„Bei der Frage nach dem Schutz des ungeborenen Lebens will die evangelische Kirche, soweit es in ihren Kräften steht, dazu beitragen, Schwangerschaftsabbrüche zu vermeiden. Denn Abtreibungen sollen nach Gottes Willen („Du sollst nicht töten“) nicht sein.“

„Die EKD ist jedoch im Gegensatz zu der römisch-katholischen Kirche der Auffassung, dass in der Schwangerschaft unvorhersehbar eintretende Konfliktsituationen auftreten können. Die Frauen können dann in eine derart ausweglose Situation geraten, dass sie für sich keinen anderen Weg sehen, als die Schwangerschaft abzubrechen.“

„Die Evangelische Kirche in Deutschland versteht sich als Fürsprecher der Lebens und bietet ratsuchenden Frauen eine zielorientierte und ergebnisoffene Schwangerschaftskonfliktberatung an.“

Aus: „Die Rolle der Frau in der EKD“, 2004

Katholische Kirche:
„Das menschliche Leben ist vom Augenblick der Empfängnis an absolut zu achten und zu schützen. Schon im ersten Augenblick seines Daseins sind dem menschlichen Wesen die Rechte der Person zuzuerkennen, darunter das unverletzliche Recht jedes unschuldigen Wesens auf das Leben.“

„Seit dem ersten Jahrhundert hat die Kirche es für moralisch verwerflich erklärt, eine Abtreibung herbeizuführen. Diese Lehre hat sich nicht geändert und ist unveränderlich. […] Abtreibung und Tötung des Kindes sind verabscheuenswürdige Verbrechen.“

„Wer eine Abtreibung vornimmt, zieht sich erfolgter Ausführung die Tatstrafe der Exkommunikation zu.“

Aus: „Katechismus der Katholischen Kirche“, 2270-2272)

Auch Papst Franziskus hält Abtreibung für eine schwere Sünde, schrieb jedoch in einem Hirtenbrief im November 2016, „dass es keine Sünde gibt, die Gottes Gnade nicht erreichen und aufheben kann, wenn sie ein reuiges Herz findet.“ In seinem Schreiben erlaubte der Papst jedem Priester, Frauen die Vergebung der „Sünde der Abtreibung“ zuzusprechen.
Bereits 2015 hatte Franziskus erklärt: „“Ich weiß um den Druck, der sie [die betroffenen Frauen] zu dieser Entscheidung geführt hat, ich weiß, dass dies eine existenzielle und moralische Tragödie ist.“

Deutsche Evangelische Allianz:
„Darum muss jedes Lebensschutzprogramm damit beginnen, sich für das Lebensrecht selbst einzusetzen in allen Phasen des Lebens, von der natürlichen Verschmelzung von Ei- und Samenzelle angefangen […]“

„Wir sind grundsätzlich mit dieser Entsorgungsmentalität menschlichen Lebens nicht einverstanden. […] Die „Tötung ungeborener Kinder“ ist die „größte Menschheitskatastrophe.

„Manchmal stehen zwei Rechte und zwei mögliche Handlungen gegeneinander und man wird sich dessen gewahr, dass man zwar nur eine Handlung wählen kann, aber diese dann auch als schuldhaft empfunden wird. Es war immer klar, dass dann, wenn Leben gegen Leben st eht – entweder überlebt die Mutter oder das Kind – niemand sich für das eine gegen das andere Leben entscheiden muss. Hier war die wirkliche Gewissensentscheidung gefragt. Und das ist gewiss eine schwere Entscheidung. Und wenn sich dann die Eltern für die Mutter und darum wohl zwangsweise gegen das Kind entschieden, konnte und kann ihnen das nicht vorgehalten werden.“

„Die medizinische Indikation muss wieder eine rein medizinische werden. Dass während der Schwangerschaft prognostizierte Krankheiten oder Behinderungen zu einer Selektion führen, die fast automatisch mit der Vernichtung dieses Menschen beendet werden, dürfen wir nicht akzeptieren. […] Behinderte Kinder müssten auch schon vor der Geburt den gleichen Lebensschutz genießen.“

Aus: „10 Punkte für den Lebensschutz“, Hartmut Steeb, Ev. Allianz 2014)

Paragraf 218 des StGB regelt das Abtreibungsrecht in Detschland.
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