Titus Müller: „Der Kuss des Feindes“

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Savina muss in einer Höhle leben, um sich als Christin vor ihren Feinden zu verstecken. Auch wenn sich in dieser Höhle eine riesige, unterirdische Stadt verbirgt, sehnt sie sich nach Freiheit und frischer Luft. Sie verschwindet nachts immer mal wieder unerlaubterweise nach draußen, um Kräuter für ihren kranken Großvater zu suchen. Auf einem ihrer Streifzüge trifft sie Arif, der mit seinen sechzehn Jahren ein paar Jahre jünger ist als sie. Obwohl er zu ihren Feinden, den Arabern, gehört, fasst sie schnell Vertrauen zu ihm.

Arif fühlt sich in seinem kriegerischen Nomadenstamm unwohl. Sein tapferer älterer Bruder hätte vom Vater die Führung im Stamm übernehmen sollen, doch er lebt nicht mehr. Der feinfühlige Arif möchte die Anerkennung seines Vaters gewinnen, doch im Herzen ist er kein Krieger. Vor allem begreift er nicht, warum seine Leute die Christen verfolgen und töten. Er hat viele Fragen über die Unterschiede zwischen seinem islamischen Glauben und dem christlichen Glauben der versteckten Höhlenmenschen.

Arif und Savina begegnen sich erneut, und die Zuneigung zwischen den beiden wächst. Doch ihre Liebe ist aussichtslos. Als es zum Kampf zwischen den Christen und den Muslimen kommt, muss Arif sich entscheiden, wem seine Treue gilt.

Gutes Jugendbuch

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Dieses Buch ist vor mehreren Jahren schon einmal als Jugendroman erschienen, und wer die Bücher von Titus Müller kennt, sieht schnell, dass sich diese Geschichte von seinen anderen historischen Romanen unterscheidet. Der Schreibstil ist einfacher, die Protagonisten jünger, und trotz der knapp 300 Seiten ist das Buch schnell gelesen. Die Charaktere sind gut gezeichnet, aber der Leser lernt sie nicht tiefgründig kennen. Als Ferienlektüre oder als Jugendbuch ist diese Länge aber genau richtig.

Sehr interessant sind die geschichtlichen Hintergründe dieser Geschichte. Denn es gab wirklich riesige, unterirdische Städte, in denen sich Christen vor den feindlichen Arabern versteckten. Wie der Autor im Anhang erklärt, waren sie sehr weitläufig und verfügten über eigene Ställe, Waffenräume, Kirchen, Schulen und mehr.

Eine Stärke dieses Buchs ist die Suche Arifs nach der Wahrheit über seine und Savinas Religion. Er befragt seinen Vater und einen Scheich, dabei erhält er unterschiedliche Antworten. Es werden mehrere, teils widersprüchliche Aussagen des Korans erwähnt, in denen es darum geht, wie Moslems mit Christen umzugehen haben. Einige Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Religionen werden außerdem herausgestellt, was vor allem interessant ist für Menschen, die wenig über den Islam wissen.

Von Marianne Müller

Leseprobe (PDF)

Verlag: Gerth Medien GmbH
ISBN: 978-3-9573461-1-7
Seitenzahl: 272
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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