Tobias Faix und Tobias Künkler: „Generation Lobpreis und die Zukunft der Kirche“

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Wer kennt sie nicht, die Frage danach, wie das Miteinander der Generationen in Kirchen und Gemeinden besser gelingen kann. Die beiden Theologieprofessoren Tobias Faix und Tobias Künkler haben in ihrer Studie „Generation Lobpreis und die Zukunft der Kirche“ versucht, einen Blick auf die junge Generation zu werfen.

„Die Jugendlichen, die in einer individualisierten und beschleunigten Multioptionsgesellschaft aufwachsen, sind zur Freiheit verdammt.“ Kann da nicht Mitleid aufkommen in der älteren Generation? Der Glaube wird „heute weniger über theologische Wahrheiten, als vielmehr über ein gutes Gefühl wahrgenommen.“ Wer wundert sich da noch über die Entstehung von Jugendkirchen? Alt und Jung scheinen in der Wahrnehmung ihres Glaubens, so wie noch nie in der Geschichte, meilenweit voneinander getrennt zu sein.

Beim ersten Durchblättern des Buches fällt die aufwendige und ansprechende Gestaltung auf. Natürlich mit vielen Grafiken, wie es sich für eine Studie gehört. Eine gut abgestimmte farbliche Gestaltung und beigefügte Bilder erleichtern das Lesen der vielen Fakten.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Den beiden Theologieprofessoren Tobias Faix und Tobias Künkler ist eine hohe wissenschaftliche Qualität wichtig. Deshalb ließen sie sich von einem wissenschaftlichen Beirat in der Zeit ihrer vierjährigen Forschung begleiten. Zur Wissenschaftlichkeit gehört für die Autoren auch Ehrlichkeit. Wenn ihre Ausgangshypothesen durch die Ergebnisse widerlegt wurden, dokumentieren sie das auch so.

Generation Lobpreis – vielleicht wird mancher über diesen Ausdruck staunen, schmunzeln oder sogar ärgerlich sein. Beim Lesen des Buches wird deutlich: Diese Formulierung trifft es sehr gut. Dieser und auch andere Begriffe, zum Beispiel die Zielgruppe der evangelischen hochreligiösen Jugendlichen, werden auf den ersten Seiten erklärt. Ebenso geben Faix und Künkler zu Beginn eine Situationsanalyse ab, die ihnen meines Erachtens gut gelungen ist.

Die Autoren legen eine sehr differenzierte Studie vor. Der Leser findet Angaben zu religiösen und hochreligiösen Jugendlichen, kirchlichen und freikirchlichen Jugendlichen, 14- bis 19-Jährigen und 20-bis 29-Jährigen, männlichen und weiblichen Jugendlichen. Leiter und Mitarbeiter in der christlichen Jugendarbeit können also gezielt nach Informationen suchen.

Breites Spektrum

Das Buch behandelt verschiedenste Themen. Es geht um den Glauben der Jugendlichen, ihr Verständnis der Bibel (am Beispiel der Sexualethik), ihre Einstellung zu Gottesdienst und Ehrenamt, um nur einige zu nennen. Spannend für jeden Leser ist dann der Vergleich mit den eigenen Ansichten und Erfahrungen mit der Generation Lobpreis.

Besonders erwähnen möchte ich die vier Gastbeiträge. Wie in den abschließenden Gedanken von Faix und Künkler werden dort Positives und Kritisches benannt. Es werden Chancen aufgezeigt und Schwierigkeiten angesprochen. Das Buch endet mit dem Wunsch und dem Angebot nach einem Austausch mit den Jugendlichen der Generation Lobpreis. Miteinander reden und voneinander lernen sind dringend angesagt.

Kann der Glaube an Gott wissenschaftlich erforscht werden? Die empirica Jugendstudie 2018 ist eine wichtige und Mut machende Grundlage für das Verständnis der Generation Lobpreis. Und damit auch für ein gutes Miteinander aller Generationen. Den Menschen ins Herz zu schauen, bleibt auch nach dieser Studie immer noch Gott vorbehalten. Und das ist gut so.

Von Christiane Zeigermann

Verlag: Neukirchener Aussaat
ISBN: 978-3-7615-6542-1
Seitenzahl: 288
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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