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Die große Mehrheit der Deutschen will einer Umfrage zufolge nicht am Sonntag einkaufen gehen. 73 Prozent der Befragten sprachen sich nach einem Bericht der "Welt" dagegen aus, dass Geschäfte am Sonntag genauso öffnen können wie an anderen Tagen.

 Nur 25 Prozent wollen demnach eine normale Ladenöffnung auch am Sonntag. Das Institut Infratest dimap hatte im Auftrag der Zeitung am 18. und 19. Juli 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt.

 Nach dem Bericht variieren die Ergebnisse je nach Alter: Je jünger die Befragten sind, desto eher befürworten sie eine weitere Liberalisierung der Öffnungszeiten. So wünschen sich 40 Prozent der 18- bis 29-Jährigen offene Geschäfte auch am Sonntag. Im Alter zwischen 30 und 44 Jahren sind noch 28 Prozent für den Sonntagseinkauf. In der Gruppe der über 60-Jährigen finden dies nur noch 19 Prozent gut.

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 Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sprach sich gegen eine Freigabe der Öffnungszeiten am Sonntag aus. "Staatliche Vorschriften sind ungerechtfertigte Hemmnisse, was die Wochentage betrifft. Bei Sonn- und Feiertagen halte ich besondere Rücksichtnahmen für geboten, sicher auch vernünftige Regularien", sagte Rösler der "Welt". Während der Woche sollten die Händler aber selbst entscheiden können, wann sie ihr Geschäft öffnen.

 EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) sprach sich in der Zeitung ebenfalls gegen eine Ladenöffnung am Sonntag aus. "Der Sonntag sollte im Grundsatz kein Arbeitstag und kein verkaufsoffener Tag sein." Ein Tag ohne Geschäfts- und Arbeitsleben sei ein "Kulturgut", sagte Oettinger.

 Der Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, Garrelt Duin (SPD), kündigte an, die Ladenöffnung in NRW einschränken zu wollen: "Am Samstag sollen Geschäfte nur noch bis 22 Uhr öffnen können. Auch die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage wollen wir wieder auf ein vernünftiges Maß begrenzen." Duin betonte: "Es muss genug Zeit geben, zur Ruhe zu kommen. Das ist ein breiter Wunsch in der Gesellschaft." Künftig sollten Geschäfte am Sonntag nur noch mit Anlass wie einem Fest oder Jubiläum öffnen können. Die Zahl der offenen Sonntage pro Stadt soll auf zehn bis 15 begrenzt werden.

 Seit 2006 sind die Bundesländer für den Ladenschluss zuständig. In den meisten Ländern ist das Einkaufen seither an den Wochentagen rund um die Uhr möglich, an Sonn- und Feitagen dagegen bleiben die Ladentüren überall grundsätzlich geschlossen. Meistens sind aber vier verkaufsoffene Sonntage pro Jahr erlaubt.

(Quelle: epd)