„Ungebrochene Faszination“: Willow-Leitungskongress in Hannover gestartet

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Michael Herbst beim Willow-Leitungskongress in Hannover (Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek)
Am Donnerstag hat der neunte Willow-Creek-„Leitungskongress“ in der TUI-Arena Hannover begonnen. Rund 10.000 Teilnehmer beschäftigen sich in den nächsten drei Tagen mit Fragen rund um Leitung und Zukunft von Kirche.
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Willow, das ist auch in Deutschland inzwischen eine Institution. „Wenn man einen tiefen Schluck aus der Willow-Pulle genommen hat, dann bekommt man eine ganz neue Mathematik im Bezug auf Gemeinde“, betonte Prof. Dr. Michael Herbst aus Greifswald bei der Pressekonferenz zu Beginn des Kongresses. „Dann wird aus dem Blick auf die Subtraktion – die Mitgliedszahlen werden immer kleiner – der Blick auf die Addition: Jeder Einzelne, der sich engagiert, vergrößert das Reich Gottes.“

Herbst, der auch das „Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung“ leitet, lobte den Beitrag, den Willow Creek für die Kirchen in Deutschland leiste. „Das Geheimnis liegt in dem, was man den schlafenden Riesen nennt: Christen sollen befähigt werden, Wort und Tat im Alltag umzusetzen.“ Zur aktuellen Flüchtlingssituation sagte Herbst Deutschland lerne gerade, von einer Haltung des Gebens zu einer Haltung des Teilens zu kommen. Er kenne nur eine Kraft auf der Welt, die Menschen dazu bringen könne, nämlich das Evangelium von Jesus Christus.

Ulrich Eggers, der Erste Vorsitzende von Willow Creek Deutschland, zeigte sich erfreut darüber, dass Willow-Kongresse seiner Wahrnehmung nach eine „ungebrochene Faszination“ ausstrahlen. Sie seien Katalysator für Ideen und Veränderungen. Deutschland brauche Willow als „Hingucker, Aufreger und Provokation“, so Eggers weiter. Er sei Bill Hybels und seinem Team enorm dankbar, dass „Willow Creek immer wieder diese Investition für die kritischen Deutschen mit all ihren Fragen und Vorbehalten erbringen“.

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Hybels: „Kern guter Leiterschaft ist aufopfernde Liebe“

Bill Hybels, Pastor der Willow Creek Community Church in Chicago, erklärte in seinem Eröffnungsvortrag, der Kern guter Leiterschaft sei „aufopfernde Liebe“. Dazu gehöre, sich aufrichtig für seine Mitarbeiter zu interessieren und sie wertzuschätzen. Viele Leiter hätten narzisstisches Blut in sich und strebten nach Prominenz und Anerkennung. Dies sei das Gegenteil von aufopfernder Liebe. „Leiter sollten ihren Mitarbeitern sagen: Es geht nicht um mich, es geht um dich“, so Hybels. Würden Organisationen auf diese Weise geleitet, spüre man eine besondere Dynamik im Team.

Jeder sollte sich außerdem die Frage stellen: „Hat dein Job noch genug Bedeutung für dich, so dass du dein Bestes gibst?“ Als Beispiel nannte Hybels den Präsidenten der Hilfsorganisation World Vision, der zuvor bei einem Hersteller feinen Porzellans gearbeitet habe. „Diese Arbeit war hochbezahlt, ergab für ihn aber keinen Sinn mehr“, erklärte Hybels. Viel mehr Sinn habe der Geschäftsmann dann darin gesehen, arme Kinder mit Nahrung zu versorgen.

Teilnehmer kommen zur Hälfte aus evangelischen Landeskirchen

Gut 84 Prozent der Kongressteilnehmer sind ehrenamtliche Mitarbeiter aus verschiedenen Kirchen und Gemeindebünden, dabei gehört rund die Hälfte einer evangelischen Landeskirche an. Zwei Prozent sind katholisch. Von den Freikirchen sind der Bund Evangelisch-freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) mit 15 Prozent sowie die Freien evangelischen Gemeinden (FeG) mit 11 Prozent am stärksten vertreten. Für einen reibungslosen Ablauf sorgen auch 474 ehrenamtliche Mitarbeiter.

Der Leitungskongress endet am Samstag. Unter anderem sprechen noch der Vorsitzende der Evangelischen Allianz, Michael Diener, der Leiter des Gebetshauses Augsburg, Johannes Hartel, sowie der Gründer der ICF-Gemeinden, Leo Bigger.

Bill Hybels beim Willow-Leitungskongress in Hannover (Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek)