Bild: shutterstock / Mark Zhyhman
Am Samstag ist die dreitägige Frühjahrstagung der Württembergischen Evangelischen Landessynode in Stuttgart zu Ende gegangen. Die Synodalen haben unter anderem neue Regelungen für die Taufe beschlossen: sowohl für die Art und Weise des Taufens, als auch für die Voraussetzungen der Taufpaten.

Eine neue Taufagende ermöglicht von Januar 2019 an auch eine Taufe durch Untertauchen für heranwachsende und erwachsene Täuflinge, etwa im Schwimmbad, einem Fluss oder See. Diese neue Form der Taufe steht gleichwertig neben der bisherigen Form, bei der das Wasser mit der Hand über den Kopf der Täuflinge geschöpft wird. Bisher ist die Praxis der sogenannten Immersionstaufe vor allem in der orthodoxen Kirche sowie einigen Freikirchen verbreitet.

Änderungen gibt es auch bei der Taufpatenschaft: Künftig kann auch Taufpate sein, wer zwar zum Beispiel einer freikirchlichen Gemeinde angehört, die die Kindertaufe ablehnt, selbst jedoch die Kindertaufe bejaht. Verwandte und Freunde, die nicht zu einer christlichen Kirche gehören, können Taufzeugen werden. Zusätzlich zur gedruckten deutschen Fassung der Taufagende soll online eine Fassung auf Arabisch, Farsi und Russisch zur Verfügung gestellt werden.

Die nächste Tagung der Landessynode findet vom 5. bis 7. Juli 2018 in Ulm statt.

 


Weitere Informationen zur Frühjahrstagung 2018 (LINK)

 

 

Christi Taufe (pixabay)

Mehr zum Thema TAUFE findet ihr in unserer neuen Themenwelt „Taufsprüche“.

 

4 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Taufzeuge – was soll denn ein Nicht-Christ da bezeugen? Das da jemand mit Wasser übergossen wurde? Für mich eine Anbiederung, um auch denen aus der Kirche Ausgetretenen irgendwie ein Patenamt „light“ zu gewähren. Wer keiner Kirche angehört bzw. seine eigene Taufe durch Kirchenaustritt für irrelevant erklärt, sollte bei einer Taufe auch keine Rolle spielen. Unabhängig davon kann er ja von der Familie mit in die Erziehung des Kindes eingebunden werden – aber das hat nichts mit der Taufe zu tun.

  2. Ich freue mich sehr über diesen Beschluss, da wir innerhalb unserer Familie unterschiedliche Formen der Taufe erlebt und praktiziert haben. Das Thema Taufe hat bei uns sozusagen jahrelang in unseren Herzen gearbeitet und so wurden unsere Kinder auch unterschiedlich getauft. Oder taten dies aus eigenem Antrieb. Jede Taufe haben wir als besonders wertvoll erlebt. Darüber sind wir sehr dankbar. Unsere jüngste Tochter wollte durch Untertauchen getauft werden. Dass sie das „durfte“ haben wir dem mutigen Einsatz unseres Pfarrers und der offenen Haltung des Dekans zu verdanken. Dass nun auch diese Form erlaubt ist finden wir super!

  3. Das ist ein positiver Schritt der schon einige Hundertjahre früher hätte kommen können. Ich hoffe das auch die historische Schuld die die ev. „Volkskirche“ unteranderem in der Reformationszeit auf sich geladen hat im Bezug zum Umgang mit den sogenannten Wiedertäufern zumindest dem friedlichen Zweig bekannt und auch in den Kirchenverfassungen geändert wird.

  4. Das ist sicherlich ein positiver, bibelnaher Schritt, den die evangelische Kirche hier geht und positive Früchte mit sich bringen wird. Außerdem glaube ich, dass dieser Entschluss vom „Erfinder“ der Taufe von ihm mit veil Segen belegt werden wird :))

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