Mehr als 100 Vertreter evangelikaler und römisch-katholischer Verbände und Kirchen haben sich am Donnerstag (Ortszeit) gegen die von US-Präsident Donald Trump geplanten Kürzungen bei internationalen Hilfsprogrammen ausgesprochen. In einem Schreiben an den Kongress verlangten die Unterzeichner die weitere Finanzierung von Maßnahmen, die „armen, hungernden, verwundbaren und entwurzelten Männern, Frauen und Kindern Hoffnung bringen“.

Zu den Unterzeichnern zählen der katholische Kardinal Timothy Dolan und der evangelikale Pastor Samuel Rodriguez. Die beiden Geistlichen hatten bei Trumps Amtseinführung gebetet. Der am Mittwoch vorgelegte Haushaltsentwurf sieht für das Außenministerium und die staatliche Entwicklungshilfsorganisation USAID im Jahr 2018 Kürzungen um 28 Prozent auf 25,6 Milliarden Dollar vor. Der Rüstungsetat soll dagegen um zehn Prozent erhöht werden.

Die Reduktion der Auslandshilfe mache „Gelder frei für wichtige Prioritäten zu Hause“, heißt es in dem Etatentwurf (Englisch). Die US-Entwicklungshilfe orientiere sich künftig an der „strategischen Bedeutung“ der Empfängerländer. Zudem will Trump sein Wahlversprechen erfüllen, nichts mehr für UN-Programme zur Abfederung des Klimawandels zu zahlen.

Die USA seien mit Wohlstand und Ressourcen gesegnet, schrieben die Unterzeichner des Briefes an den Kongress, der über den US-Haushalt entscheidet. Weltweit hingegen gingen beinahe 800 Millionen Menschen jeden Abend hungrig zu Bett, 65 Millionen Menschen hätten aus ihrer Heimat fliehen müssen. In der Vergangenheit hätten demokratische und republikanische Politiker für humanitäre und Entwicklungsprogramme gestimmt.

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Das Schreiben wurde von mehreren katholischen Bischöfen, von Megakirchenpastoren, dem Präsidenten des Nationalen Verbandes der Evangelikalen, Leith Anderson, dem Präsidenten der Hilfsorganisation World Vision, Rich Stearns, und weiteren namhaften Geistlichen unterzeichnet.

Link: Der offene Brief der Kirchenvertreter (Englisch)