US President Joe Biden
US-präsident Joe Biden (dpa / picture alliance / Captital Pictures )

US-Präsident Joe Biden hat beim Nationalen Gebetsfrühstück in Washington zum gesellschaftlichen Zusammenhalt aufgerufen. Sein Glauben gebe ihm Hoffnung in dunkelsten Zeiten.

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Erstmals wurde die traditionelle Veranstaltung virtuell abgehalten. Das von Kongressmitgliedern organisierte und evangelikal geprägte Gebetsfrühstück wird in den USA seit mehr als sechs Jahrzehnten begangen. Es soll gläubige Menschen ungeachtet politischer Differenzen zusammenbringen.

Die mehr als 400.000 Menschen, die in den USA an Covid-19 gestorben sind und die Hungernden und Millionen Arbeitslosen seien „nicht Republikaner und Demokraten“, betonte Biden in einer kurzen Ansprache, sondern Mitbürgerinnen und Mitbürger und Mitmenschen. Es stünden der Nation „viele schwere Nächte bevor“ und „wir brauchen einander“, sagte Biden: Der Glauben möge „uns aus der Dunkelheit ins Licht führen“. Es gelte politischen Extremismus und weißes Herrschaftsdenken zu besiegen.

Der republikanische Senator James Lankford sprach ein Gebet, man möge Menschen mit anderen Ansichten respektieren. Seine Nachbarn zu lieben bedeute Arbeit für soziale Gerechtigkeit, erklärte die demokratische Senatorin Kirsten Gillibrand. Bei der Veranstaltung wurden Grüße der früheren Präsidenten Bill Clinton, Jimmy Carter, George W. Bush und Barack Obama eingespielt.

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Die Initiative für das Frühstück geht auf den Methodistenpastor Abraham Vereide in den 30er Jahren zurück. 1953 nahm Dwight Eisenhower als erster US-Präsident daran teil. Seitdem habe alle Präsidenten teilgenommen.

 

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Im Gebet sind alle gleich

    Im Gebet sind alle gleich. Dass der amerikanische Präsident dies hier betont, klingt etwas merkwürdig. Aber anscheinend ist das in den USA nicht unter allen Umständen auch unstrittig. Jedenfalls finde ich die Gräben zwischen den verschiedenen Frömmigkeitsformen weltweit in allen Kirchen und christlichen Gemeinschaft eine Erschwernis für unsere Glaubwürdigkeit. Es ist menschlich, dass wir (Vor-)Urteile, die öfters nicht der Wirklichkeit entsprechen, über unsere Nebenmenschen haben. Gerne ordnen wir Menschen gedanklich in Schubladen. Die Bergpredigt stellt dieses Schubladendenken infrage und verpflichtet vielmehr, mit dem ersten Schritt zu mehr Liebe und Toleranz bei sich selbst anzufangen. Natürlich wird leider auch Gott eingenordet. Nur so ist erklärlich, dass der gewesene Präsident bei manchen Gläubigen fast wie ein Messias angesehen wird, was schon bei der grenzwertigen Sprache Trumps – wie der Schwabe sagen würde – ein Geschmäckle hat. Wie gut, dass Herr Biden nicht aus dem (un)frommen Holz von Trumps geschnitzt ist. Wir Christinnen und Christen sollten vor allem Versöhner sein. Ich wünsche mir daher, dass sich Gräben zwischen Gläubigen dadurch relativieren, dass wir alle Gott für klüger halten als uns selbst. Er hat den besseren Überblick. Hoffentlich gelingt Biden auch nur in Ansätzen sein notwendiges Versöhnungswerk zwischen schwarzen und weißen Menschen sowie zwischen den beiden großen Parteien. Politik ist nämlich nicht, dass sich Feinde bekämpfen, sondern ein Wettkampf um den besten Weg stattfindet – friedlich

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