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Jürgen Schmude, ehemaliger SPD-Bundesminister und langjähriger Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), wird am Donnerstag (9. Juni) 80 Jahre alt. Der promovierte Jurist stand von 1985 bis 2003 an der Spitze des evangelischen Kirchenparlaments.

Schmude spielte vor allem bei der Wiedervereinigung der evangelischen Kirche nach 1989 eine maßgebliche Rolle. Er wurde im ostpreußischen Insterburg geboren und flüchtete 1944 mit seiner Familie zunächst nach Pommern und dann nach Moers am Niederrhein, wo er seitdem lebt. Von 1969 bis 1994 gehörte der Sozialdemokrat dem Bundestag an. Unter Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) war Schmude zunächst Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium, ab 1978 leitete er das Bildungs- und Wissenschaftsressort und ab 1981 bis zum Ende der sozial-liberalen Koalition 1982 das Justizministerium.

Nach seinem Rückzug aus der aktiven Politik blieb Schmudes Rat zu gesellschaftspolitischen Themen gefragt. Unter anderem gehörte er ab 2005 dem Nationalen Ethikrat an und wurde von 2008 bis 2012 ebenfalls in den Deutschen Ethikrat berufen.

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Kirchenmann mit „Klarheit und Weitsicht“

Die derzeitige Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, würdigte Schmudes Gabe, „Menschen zusammenzuführen und zwischen unterschiedlichen Positionen zu vermitteln“. Die Synode danke ihm für seine Klarheit und Weitsicht, für Beharrlichkeit und für seinen feinen Humor, schrieb Schwaetzer in ihrer Gratulation.

Auch nach seinem Ausscheiden aus der EKD-Synode 2003 blieb Schmude ehrenamtlich in kirchlichen Gremien aktiv. Die Union Evangelischer Kirchen ehrte ihn 2009 mit dem Karl-Barth-Preis. Im selben Jahr verlieh ihm die Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Bonn die theologische Ehrendoktorwürde.