Veronika Schmidt: „Endlich gleich!“

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Mann und Frau – von Gott genial geschaffen und doch ein Problem seit Adam und Eva: Wie steht es um das Verhältnis der beiden Geschlechter? In der Geschichte und – leider – bis heute werden Frauen aufgrund ihres Geschlechts weltweit benachteiligt oder sogar diskriminiert. Veronika Schmidt beleuchtet in ihrem Buch, wie es dazu kommen konnte, welchen Anteil Männer haben und wie Lösungsmöglichkeiten, zu einem echten Miteinander von Mann und Frau, aussehen können. Ebenso zeichnet Schmidt nach, welche Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten erreicht wurden. Dabei geht die Autorin auch auf die aktuelle #MeToo-Debatte sowie die Vorwürfe um den Gründer der Willow Creek Community Church, Bill Hybels, ein.

Die Autorin macht auf den wunden Punkt aufmerksam, dass konservative Kirchen und Gemeinschaften eine strenge Lehre in Sachen Liebe und Sexualität haben, jedoch wenig Unterstützung für junge Paare bieten. Unter diesen Bedingungen könne ein erhobener Zeigefinger nicht positiv zur Lebensgestaltung im Lichte des Evangeliums beitragen.

Begriff der „bedingungslosen Gleichstellung“ fordert heraus

Es ist der Autorin gelungen, mich als männlichen Leser konstruktiv herauszufordern. Und dennoch: Neben viel Positivem in diesem Buch – an einem Punkt würde ich Veronika Schmidt glatt widersprechen. Ihr Begriff von „umfassender und bedingungsloser Gleichstellung“ liest sich für mich als ob die genetischen, sozialen und geschlechtlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau übergangen werden könnten. Männer werden beispielsweise, biologisch betrachtet, nie schwanger werden oder einem Kind die Brust geben können. Daher sind die Aussagen von Schmidt bedenkens- und diskussionswürdig. Zwischen gesellschaftlicher Gleichstellung und einer, aus meiner Sicht biblisch eher vorhandenen Gleichberechtigung von Mann und Frau, gibt es jedoch große Unterschiede. Hier ist mir das Buch zu einseitig.

Auch kleinere sachliche Fehler fallen auf, wie die Aussage, dass der Zehnte nicht „bibeltreu“ sondern eine „Erfindung der Geschichte“ sei. Diese Behauptung ist haltlos, entsprechende alttestamentliche Belegstellen gibt es zuhauf. Auch wenn Schmidt sicherlich recht damit hat, dass das alttestamentliche Gebot für Christen heute in dieser Form nicht mehr gültig ist.

Von Andreas Schmierer

Leseprobe (PDF)

Verlag: SCM Hänssler
ISBN: 978-3-7751-5952-4
Seitenzahl: 256
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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