„Volle Transparenz“: Erzbistum Köln offenbart Millionenüberschuss in Finanzbericht

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Das Erzbistum Köln hat 2015 einen Jahresüberschuss von 52 Millionen Euro erzielt. Im Jahr zuvor hatte es dagegen noch einen Fehlbetrag von fast sechs Millionen Euro gegeben. „2015 war ein gutes Jahr“, sagte Finanzdirektor Hermann Schon am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Köln. Zurückzuführen sei dies unter anderem auf einen Anstieg des Kirchensteuerertrages um 6,6 Prozent – das entspricht Mehreinnahmen von 38,7 Millionen Euro.

Das reichste und mitgliederstärkste deutsche Bistum legt seit 2013 sein Vermögen offen. „Wir schaffen damit volle Transparenz“, sagte Schon. Von dem Überschuss sollen rund 23 Millionen Euro in Rücklagen und Vorsorgeaufwendungen fließen, vor allem im Bereich der Altersversorgung. Die verbleibenden 28 Millionen Euro will das Erzbistum in ein neues Bildungs- und Sozialprogramm investieren. Kernstück des Programms soll die Gründung einer neuen Schule als Teil eines „Bildungscampus für alle“ sein.

Bildung dürfe nicht zu einer Frage von Arm und Reich werden, sagte Generalvikar Dominik Meiering. „Wir stellen uns ein integratives System vor, in dem schulische Aufgaben mit Förderschwerpunkten für Benachteiligte, Familienberatung und Betreuungsangeboten verbunden werden.“ Um welche Schulform es sich genau handeln soll und wo die Schule gebaut wird, steht noch nicht fest. „Aber die Eckpunkte sollen bis Sommer 2017 feststehen“, kündigte Meiering an.

Das Erzbistum reagiert nach seinen Worten auf einen steigenden Bedarf im Schulbereich: Bis 2025 werde es allein in Köln 18 Prozent mehr Schüler geben. Das Kölner Erzbistum sei schon jetzt der zweitgrößte Bildungsträger in Nordrhein-Westfalen, unterstrich Meiering. „Mit unseren Bildungsangeboten erreichen wir jedes Jahr eine halbe Millionen Menschen.“ Die Kirche werde noch zu oft in ihrer traditionellen Rolle als Almosengeberin gesehen, aber darüber sei sie weit hinaus, sagte der Generalvikar: „Wir geben Menschen Perspektive und die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben, auf gesellschaftliche Teilhabe.“

(Quelle: epd)