Kaum jemand prägte die evangelikale Medienlandschaft so wie Horst Marquardt. Am Montag (2.11.) ist er im Alter von 91 Jahren verstorben.

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Wie ERF Medien berichtet, starb er in seiner Wahlheimat Minden/Ostwestfalen, wo er zuletzt bei einer seiner Töchter gelebt hatte. „Mit Horst Marquardt trauern wir um einen Medienpionier, der mit Vision, Gottvertrauen und leidenschaftlicher Beharrlichkeit vieles in die Wirklichkeit geführt hat, von der manche seiner Zeitgenossen nicht einmal zu träumen gewagt haben“, sagte der Vorstandsvorsitzende von ERF Medien, Dr. Jörg Dechert. In zahlreichen Gesprächen und im Gebet habe er bis zuletzt an der Weiterentwicklung von ERF Medien Anteil genommen.

Christoph Irion, Geschäftsführer der Christlichen Medieninitiative pro, sprach in seinem Nachruf von Dankbarkeit „für ein wirklich erfülltes Leben eines glaubwürdigen und mitunter streitbaren Christen und Medienmachers in öffentlicher Verantwortung.“ Bis zum Schluss sei der Verstorbene ein unermüdlicher Förderer der Evangeliumsverkündigung durch neue Medien gewesen.

Mitbegründer zahlreicher Werke

Der gebürtige Berliner kam mit 22 Jahren zum Glauben, nachdem er zuvor nach eigener Aussage zunächst Nazi und später Kommunist gewesen war. Er studierte Theologie in Frankfurt am Main und arbeitete anschließend als Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche in Berlin und Wien. In Wetzlar war der Theologe ab 1960 als erster Programmdirektor maßgeblich am Aufbau von ERF Medien (vormals Evangeliums-Rundfunk) beteiligt, den er bis 1993 als Direktor leitete. Anschließend fungierte er von 1994 bis 1997 als Internationaler Direktor für die mit dem ERF verbundene Radiomission „Trans World Radio“ (TWR) in Europa, in der GUS, dem Mittleren Osten und Afrika.

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1970 initiierte er die Gründung der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, 1975 war er Mitgegründer der „Konferenz evangelikaler Publizisten“ (heute Christlicher Medienverbund KEP). Bekannt wurde Marquardt auch als Sprecher des „Wortes zum Sonntag“ in der ARD. Er gehörte bis zu seinem Ruhestand dem Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz an und war Mitbegründer des Lausanner Komitees für Weltevangelisation. Von 1999 bis 2017 leitete er den Kongress Christlicher Führungskräfte. Zuletzt war Marquardt als Blogger aktiv. Auf der Seite Marquardts Bilanz teilte er persönliche Glaubenserfahrungen. Der letzte Eintrag datiert von seinem Todestag.

Marquardt selbst sah sich als Brückenbauer zwischen den verschiedenen theologischen Strömungen. Sein Leben, so sagte er, habe stets unter dem Bibelwort „Euch geschehe nach eurem Glauben“ (Matthäus 9,29) gestanden. (dw)

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