Tauben fliegen betende Hände
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Pfingsten ist das dritte große Fest im Kirchenjahr neben Ostern und Weihnachten. Aber was genau wird gefeiert? Und warum? Sieben Fragen und sieben Antworten.
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Was feiern Christinnen und Christen an Pfingsten?

Pfingsten ist das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes: Gott schenkt seinen Geist nicht mehr einzelnen Auserwählten, sondern jedem Gläubigen, der sich für ein Leben mit Christus entscheidet. Das Fest gilt als Beginn der weltweiten Missionsbewegung und wird – rückblickend – oft als „Geburtstag der Kirche“ bezeichnet, auch wenn dies damals kaum jemand so gesehen haben dürfte.

Seit wann wird das Pfingstfest gefeiert?

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Als christliches Fest wird es ab dem 2. Jahrhundert nach Christus erwähnt, erstmals im Jahr 130. Ende des 4. Jahrhunderts war Pfingsten dann allgemein verbreitet.

Woher kommt das Wort Pfingsten?

Es geht auf das griechische Wort „pentekoste“ (der Fünfzigste) zurück, weil das Pfingstfest seit Ende des vierten Jahrhunderts 50 Tage nach Ostern gefeiert wird. Damit wechselt der Termin von Jahr zu Jahr. Er liegt in einem Zeitraum zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni.

Sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen.

Was steht in der biblischen Pfingstgeschichte?

50 Tage nach dem Tod Jesu am Kreuz sitzen seine Jünger in Jerusalem während des jüdischen Wochenfests Schawuot zusammen, als plötzlich ein Brausen vom Himmel kommt und ein gewaltiger Wind das Haus erfüllt: „Sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen.“ Menschen aus unterschiedlichen Nationen hören die Jünger in ihrer jeweiligen Muttersprache predigen. Das ist das Pfingstwunder.

Auf die Pfingsterzählung des Neuen Testaments geht wohl auch die Redewendung „Feuer und Flamme sein“ für „begeistert sein“ zurück: Bei dem Treffen der Jünger „sah man etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf jeden von ihnen ließ sich eine Flammenzunge nieder“, heißt es im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte.

Wie kann man sich den Heiligen Geist vorstellen?

Der Heilige Geist gilt als göttliche Kraft der Veränderung. Er ist Teil der göttlichen Dreieinigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Er kann Menschen erfüllen, sich in ihnen verkörpern und Wirkung zeigen. Wenn der Heilige Geist im Menschen wirkt, „begegnen wir damit dem lebendigen Gott selbst, der uns näher kommt, als wir denken“, heißt es zum Beispiel im lutherischen Erwachsenenkatechismus. Luther beschreibt das Wirken des Heiligen Geistes als einen Weg mit sieben Schritten von der Berufung bis hin zur Heiligung.

Vor allem in den Pfingstkirchen und -bewegungen wird großer Wert auf die Geistesgaben („Charismen“) gelegt, von denen Paulus in seinen Briefen schreibt (z.B. Römer 12 und 1. Korinther 12), darunter Glaube, Weisheit, Erkenntnis und Krankenheilung.

Warum ist Pfingsten ein beliebter Termin für Taufen?

Petrus ruft in der Pfingstgeschichte die Menschen in Jerusalem dazu auf, sich auf den Namen Jesu Christi taufen zu lassen. Rund 3.000 Menschen folgten laut biblischer Überlieferung dem Aufruf an diesem Tag. Die erste christliche Gemeinde ist geboren. „Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte“, heißt es über die Urgemeinde.

Was hat die Taube mit Pfingsten zu tun?

Schon die frühen Christen haben mit Symbolen versucht, das Unsichtbare – den Heiligen Geist – begreiflich zu machen. Die Taube ist ein solches Symbol. In der biblischen Pfingstgeschichte kommen zwar keine Tauben vor. Doch in der Erzählung von der Taufe Jesu öffnet sich der Himmel und der Geist Gottes schwebt in Gestalt einer Taube auf ihn herab. In der Barockzeit wurden zu Pfingsten lebende Tauben in den Kirchen freigelassen.

Pfingsttermine in den kommenden Jahren:

  • So, 23.05.2021
  • So, 05.06.2022
  • So, 28.05.2023

7 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Ich bin als Kind und als Erwachsener getauft ! Etwas habe ich mit der Zahl 50 zu tun ! Bin dieses Jahr 50 Jahre alt geworden.

  2. Danke. Ist sehr gut, dass die Hintergründe dieses wichtigen Festes der Christen wieder mal deutlich gemacht werden.

  3. Es wäre schön wenn der Heilige Geist als dritte Dimension unseres Gottes mehr Raum in uns und unserem Gemeinden hätte.

    • Der Heilige Geist versöhnt

      Lieber Armin Zimmer,
      Volltreffer: Der Heilige Geist sollte mehr Raum in uns und unseren Gemeinden haben. Ich glaube zutiefst, daß es eine alle Konfessionen und christliche Gemeinschaften umfassende weltweite Kirche Jesu Christi gibt. Also Christinnen und Christen in unterschiedlichen Traditionen, Frömmigkeitsstilen und Gemeinschaftsformen. Insofern hielt ich eine (noch lebendigere) Ökumene für sehr wichtig auch und vorallem im gemeinsamen Gebet. Wenn – auch theologisch und von ihrer Prägung her – unterschiedliche Menschen um den Heiligen Geist gemeinsam bitten, andere Gläubige in ihrer Andersartigkeit akzeptieren (Andere sind immer anders) und wenn alte – auch unausgesprochenen – Gräben zugeschüttet werden, dann kann der Geist Gottes wirken. Ein Merkmal des Heiligen Geistes auch am 1. Pfingstfest war ja gerade der Umstand, daß die unterschiedlichsten M;enschen, obwohl sie unterschiedliche Sprachen hatten, sich dennoch verstanden. Ich glaube, daß Gottes dritte Dimension eine versöhnende ist, auch wenn ich und andere die Balken aus unseren Augen ziehen, bevor wir die Mitmenschen kritisieren. Jesus ist ein Friedefest, der gekommen ist zu dienen, uns zu erlösen und der für alle Menschen und die Erlösung der gesamten Schöpfung gestorben ist. Leider wird hier im Netz, durchaus auch gewollt und zu akzeptieren, sehr viel gestritten und kritisiert, oftmals auch die Kirche sei nicht fromm genug und vom Zeitgeist mehr beseelt als vom göttlichen Geist. Wer das behauptet, muss bei sich anfangen. Wir sollten jeden Tag aus der Vergebung leben. „Wir sind allzumal Sünder und es mangelt uns (allen) an Ruhm, den wir vor Gott haben sollten“! Das muss ich mir auch immer wieder sagen, wenn mich der Zorn überkommt wegen Rassismus, Antisemitismus und daß so viele Menschen im Mittelmeer ertrinken. Ich kann mir auch vorstellen, daß der Heilige Geist prinzipiell wirkt wo er will, also manchmal auch an Orten, bei Gelegenheiten und Menschen, wo wir uns das nicht vorstellen können. Konstruktiver bzw. produktiver Streit könnte auch so eine Frucht des Geistes Gottes sein. Übrigens findet man in der Bibel viel angewandte praktische Psychologie.

  4. Hallo, ich kann mir leider sehr schwer vorstellen die Auferstehung von Jesus Christus(Gottes Sohn) und besonders macht mit der heilige Geist sehr große Schwierigkeiten in den sehr schlimmen Zeiten der Corona-Pandemie! Ich glaube an den lebendigen Gott, Jesus Christus(Gottes Sohn) und den heiligen Geist! Wir müssen aber Täter des Wortes des lebendigen Gottes sein! Grüße von Herrn Diplomingenieur der Elektrotechnik Besim Ok aus Regensburg

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