Warum gibt es eigentlich keine „verbindliche“ ökumenische Bibelübersetzung? Sind theologische Differenzen der Grund? Oder gar konfessionelle Eitelkeit? Worin bestehen eigentlich die Schwierigkeiten der Übersetzung? Der Journalist und Autor Christoph Paul Hartmann hat sich für das Webportal katholisch.de mit diesem Thema auseinandergesetzt. Dabei erklärt er auch, wie das „Einhorn“ aus der Bibel verschwand.

Link: Ringen um jede Formulierung Was Bibelübersetzungen so schwierig macht

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Interessante Sichtweise. Doch sie zeigt uns auch, wenn auch vielleicht unbeabsichtigt, einen weiteren Grund, warum es keine „verbindliche ökumensiche“ Bibelübersetzung gibt: Der Stellenwert der Bibel innerhalb der jeweiligen Konfession(en).
    So ist nicht nur bei Luther, sondern bei allen „Protestanten“ die Bibel die elementare Grundlage christlicher Lehre. Sie ist Gottes Wort, an dem sich alles messen muss.

    In der katholischen Lehre dagegen bekleidet die Bibel eher einen untergeordneten Rang. Sie ist zwar gut und sinnvoll (zumindest seit kurz vor dem zweiten Vatikanischen Konzil, denn bis dahin war sie für den „Laien“ verboten!), aber weniger wichtig als z.B. die katholische „Überlieferung“. Mehr noch: Bei Widersprüchen, die hierbei immer wieder zu Tage treten, gibt man der Überlieferung den Vorrang und erklärt das Neue Testament kurzerhand zu einer Art „Memoiren“ der Apostel, die sich natürlich auch mal irren konnten – im Gegensatz zur katholischen Überlieferung.

    Auch Herr Hartmann scheint diesem Geist verhaftet. So ist ihm offenbar schon die einfache Tatsache entgangen, dass die „Gute Nachricht“ mittlerweile beinahe doppelt so alt ist wie er annimmt – die Übersetzung de Neuen Tetaments feierte sogar im letzten Jahr schon ihren fünzigsten Geburtstag! Doch sie ist ja „nur für den privaten Gebrauch“ und daher wohl nicht so wichtig!
    Oder die Sache mit den Petrusbriefen: der Verfasser gibt sich gleich zu Beginn eindeutig als Apostel Petrus zu erkennen (1.Petr. 1,1). Er bezeichnet sich als Augenzeuge der Leiden Christi. Und er verwendet ähliche Formulierungen wie Petrus bei seinen Predigten in der Apostelgeschichte (Apg 2; 3; 10). Doch da er in einigen Punkten der katholischen Lehre widerspricht werden die Briefe kurzerhand einem anderen Autor zugeordnet – Problem gelöst!

    So lange diese Kluft besteht: Hier Gottes einziges Wort (Luther prägte den Begriff „sola scriptura“), dort eher eine Art „schmückendes Beiwerk“, welches unter kundiger Anleitung (manche Priester verbieten auch heute noch Bibelkreise im rahmen der Kirche, selbst wenn sie von Pastoralreferenten geleitet werden!) eventuell zu einem besseren Verständnis der katholischen Lehre führen kann, so lange die katholische Übersetzung auch mal eben der Lehre angepasst wird, so lange wird es keine ökumenische Übersetzung geben.

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