Papst Franziskus hat am Welternährungstag die Macht profitorientierter Märkte über die Versorgung mit Lebensmitteln beklagt. «Es ist grausam, ungerecht und paradox, dass es heutzutage Nahrung für alle gibt und trotzdem nicht alle Zugang dazu haben», betonte er in seiner am Mittwoch in Rom veröffentlichten Grußbotschaft an den Generaldirektor der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), Qu Dongyu.

Seine Kritik an der Vergeudung und dem Überkonsum von Lebensmitteln in manchen Weltregionen bezog er ausdrücklich auch auf die Nutzung von Nahrungsmitteln zu anderen Zwecken. Das Kirchenoberhaupt nahm damit in der Debatte um die Herstellung von Biotreibstoffen etwa aus Raps und Mais Stellung.

Der Kampf gegen Hunger und Unterernährung weltweit werde so lange andauern, wie ausschließlich der Logik des Marktes gefolgt und «um jeden Preis allein nach Profit gestrebt wird», fügte der Papst hinzu. Der Wert von Lebensmitteln werde verzerrt, wenn er auf eine reine Handelsware reduziert sei, die der Finanzspekulation unterliege.

Der Papst erinnerte in seiner Grußbotschaft zum Welternährungstag daran, dass 820 Millionen Menschen weltweit an Hunger leiden, während gleichzeitig knapp 700 Millionen übergewichtig sind. Viele der Übergewichtigen lebten mittlerweile in Ländern mit niedrigem Einkommen, wo weiterhin wenig und schlecht gegessen werde, während gleichzeitig Ernährungsmodelle der Industrieländer kopiert würden, betonte er mit Blick auf die Verbreitung von Fast Food auch in Entwicklungsländern.

Der Welternährungstag (16. Oktober) stand in diesem Jahr unter dem Motto «Unser Handeln ist unsere Zukunft. Gesunde Ernährung – für eine Welt ohne Hunger». Er erinnert an die Gründung der FAO als Sonderorganisation der UN am 16. Oktober 1945.

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Es ist schon ein Wanhnsinn, wenn wir z.B in wenigen Wochen, zum Christfest Kirschen [aus Südamerika] kaufen können, die pro Kilo über 20 € kosten. wie auch Frucht-Exoten, die mit dem Flugzeug aus Südamerika zu uns geflogen werden, müssen wir wir eigentlich nicht haben. Hierbei stelle ich die Frage, wie die Produzenten ausgebeutet werden.
    In einer Nachbarstadt von Düsseldorf produziert ein Bäcker sehr schmackhaftes Brot. Er backt aber so viel Brot, dass in den Verkaufsfilialen um 17.30 Uhr noch gut gefüllte Regale mit Brot zu sehen sind. Nach einem Gespräch vor einigen Jahren, sagte der Inhaber der Bäckerei, dass ein Teil des Überschusses die Tafel bekommt. Der größere Teil der Backwaren werden geschreddet und zu »Brotpellets« gepresst um damit die Backöfen zu heizen. Dies ist mehr als absurd, es ist pervers, was in der Hildener Backstube praktiziert wird. Wenn der Bäcker 15 % weniger Backwaren produzieren würde, hätte er gegen 17 Uhr die Regale fast leer und könnte den Rest der Tafel zur Verfügung stellen und seine Öfen nicht mit Brot, sondern mit Holzpellets heizen. Trotz bester Qualität kaufe ich in keiner seiner Verkaufsstellen.
    Heinrich Brandt, Kommunikation-Designer

  2. In gewisser Hinsicht hat der Papst sicher recht. Wir sehen aber such, das er mit seiner peronistischen Gesinnung versucht such in die Weltpolitik einzumischen. Der Papst als Sozialist spaltet nun seine Schäfchen in Rechte und Linke.

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