Seit 50 Jahren spendet ein unbekannter Kaufmann im Rhein-Main-Gebiet zehn Prozent seines Einkommens für kirchliche Entwicklungsarbeit – aber nur, wenn sich genügend Mitspender finden. Das hat bisher immer geklappt, doch jetzt ist nach 38 Jahren auch der Nachfolger des ersten „Mister Zehn Prozent“ in Rente gegangen.

Insgesamt sind in den 50 Jahren seit der Gründung der Aktion 9,3 Millionen Euro für etwa 230 Hilfsprojekte in 70 Ländern und fast 70 in Deutschland zusammengekommen. Die Schirmherrschaft hat seit 1981 das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“. Aber auch das katholische Werk Misereor sowie Missio und das Diakonische Werk sind beteiligt. Vom Spendenaufkommen des gerade abgeschlossenen 50. Jahres gingen 95.000 Euro an Entwicklungsprojekte in Nigeria. 50.000 Euro gingen nach Myanmar, 40.000 Euro auf den Philippinen und 25.000 Euro an das „FeM Mädchenhaus“ in Frankfurt am Main.

Das bei der Aktion federführende evangelische Dekanat Wiesbaden sucht nun dringend einen Nachfolger. Die Jubiläumsaktion zum 50-jährigen Bestehen der Spendensammlung hat der anonyme Wohltäter gerade erfolgreich abgeschlossen: Zu den von ihm bereitgestellten 50.000 Euro kamen weitere Spenden von diesmal 455 Mitstreitern hinzu – ein Rekordwert. Insgesamt kamen so 210.000 Euro zusammen, wie der Wiesbadener Dekan Martin Mencke und die Vorsitzende der Aktion, Pfarrerin Bea Ackermann bekanntgaben. Auch die jetzt beginnende 51. Zehn-Prozent-Aktion ist noch gesichert: Der Neu-Rentner stellt dafür den Angaben zufolge diesmal noch einmal 25.000 Euro zur Verfügung und sucht jetzt 366 Mitspender, für jeden Tag des Schaltjahres 2020 einen.

Die Initiatoren hoffen aber, dass sich bald der dritte „Mister Zehn Prozent“ findet, der das Fortbestehen der Aktion auch langfristig sichert. Bei der ersten Aktion im Jahr 1968 hatte der Frankfurter Kaufmann noch 10.000 D-Mark als zehnten Teil seines Einkommens bereitgestellt, nachdem sich wie von ihm verlangt 20 Mitstreiter gefunden hatten. Auch sie mussten dabei ein Zehntel ihres Verdienstes, Taschengelds oder ihrer Rente spenden. So streng sind die Bestimmungen bei inzwischen aber sehr viel mehr geforderten Spendern nicht mehr. Auch Kleinspenden von wenigen Euro sind willkommen. Doch laut Pfarrerin Ackermann nehmen immer noch rund 40 Prozent der Teilnehmer die ursprüngliche Anforderung ernst und geben tatsächlich zehn Prozent ihres Einkommens oder Taschengelds für den guten Zweck ab. Von Anfang an waren und sind bis heute auch Konfirmanden unter den Spendern.

Link: Zehn-Prozent-Aktion

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. das machen doch so viele Christen ihr Leben lang, da sollte sich doch jemand oder auch -frau finden !

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