In der demokratischen Partei im US-Kongress wird zurzeit darüber gestritten, ab wann bei Kritik an Israel die Schwelle zum Antisemitismus überschritten ist. Dies berichtet domradio.de. Ausgangspunkt war eine Äußerung der ersten muslimischen Kongress-Abgeordneten, Ilhan Omar. Sie hatte Mitgliedern ihrer Partei vorgeworfen, „einem fremden Land [Israel] die Treue geschworen zu haben“. Empörte Reaktionen blieben nicht aus, sogar eine Resolution gegen Antisemitismus wurde gefordert, heißt es. Daraufhin fragten Parteilinke kritisch, warum man hier mehr Dringlichkeit zeige als bei rassistischen Äußerungen des Präsidenten und der Republikaner über Latinos und Muslime. Abgeschlossen ist das Thema jedenfalls noch nicht.

Link: Wieviel Kritik an Israel ist erlaubt

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Meine Zuneigung zu Israel war nicht gespeist vom deutschen Mord und Totschlag. War nicht als „Wiedergutmachung“ gedacht. Sie galt vor allem einem Volk, das mir ungemein klug und feinsinnig, ungemein versessen nach Erkenntnis schien, ja, das sich nie schonte mit Selbstkritik. Heute muss ich um dieses Gefühl kämpfen. Israel unterlässt keinen Versuch, seine Freunde in die Flucht zu schlagen.

    • Hallo Dieter,
      was genau meinen Sie damit, dass „Israel keinen Versuch unterlasse, seine Freunde in die Flucht zu schlagen“?
      Was Sie zur Selbstkritik schreiben, kann ich bestätigen – und wenn Sie sich die politische Situation in Israel genauer ansehen, werden Sie feststellen können, dass es in Israel eine Meinungsvielfalt gibt, in der Knesset eine Vielzahl an Parteien, und dass das für eine sehr lebendige politische Landschaft spricht. Ein Land, das seine inländischen Kritiker weder mundtot macht, zensiert oder gar inhaftiert, wie Erdogan oder Putin, steht für eine sehr kritikfähige Haltung. Außerdem sind unsere Nachrichten sehr kritisch gegenüber Israel und keineswegs unvoreingenommen. Freunde, die das Land besucht haben, erzählen, dass die „gefühlte“ Dauer-Spannung, die wir von den Nachrichten her vermuten, gar nicht existiert. Die Israelis gehören zu den glücklichsten Menschen der Welt. Auch die Feindschaft zwischen Arabern und Juden besteht nicht „flächendeckend“ – es gibt Freundschaften und Zusammenarbeit. Trotz meiner Ausführungen bin ich an Ihrer Antwort interessiert. Viele Grüße bis dahin, Sabine

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