Abendmahl (epd-Bild / Rainer Oettel)
Rund zwei Wochen vor Abschluss des ökumenisch geprägten Reformationsjubiläums 2017 werden Forderungen nach einem gemeinsamen Abendmahl von Protestanten und Katholiken lauter. „Es wäre ein Skandal, wenn das Jahr des Reformationsgedenkens zu Ende gehen würde, ohne dass die Abendmahlgemeinschaft wenigstens für die Menschen in konfessionsverbindender Ehe ernsthaft in Erwägung gezogen wird“, sagte Christian Weisner von der katholischen Reformbewegung „Wir sind Kirche“ dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Werbung

„Dieses Jahr ist sicher das mit Abstand am meisten ökumenisch geprägte, in vielem gemeinsam begangene Jahr des Reformationsgedenkens“, würdigte Weisner. Doch nach den intensiven Vorbereitungen „scheint beiden Kirchen am Ende doch der Mut zur echten Reformatio zu fehlen.“ Die Aussage der katholischen deutschen Bischöfe, dass selbst in konfessionsverbindenden Ehen noch immer nicht die volle Gemeinschaft im Herrenmahl möglich sein soll, „enttäuscht viele sehr, hält sie aber immer weniger davon ab, ihrem eigenen Gewissen zu folgen und ökumenisch offene Gemeinden aufzusuchen“.

Der lutherische Ökumene-Bischof Karl-Hinrich Manzke sagte: „Ich habe die Hoffnung, dass die positiven Erfahrungen im Reformationsjubiläumsjahr Auswirkungen haben werden, die sich auch in praktischen Schritten zeigen werden.“ Der „Schmerz über die Trennung am Tisch des Herrn“ sei überdeutlich. Und dieser Schmerz werde vielleicht auch „dazu beitragen, konkrete Schritte auf dem Weg zu vertiefter Kirchengemeinschaft weiterzugehen. Dazu bedarf es aber der Geduld. Kein Partner wird den anderen drängen“, sagte der schaumburg-lippische Landesbischof. Manzke ist Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands.

Zuvor hatten die Spitzen der beiden großen Kirchen zu Geduld gemahnt. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, betonte Mitte Oktober in München, das bewusst als überkonfessionelles „Christusfest“ gestaltete Reformationsgedenken habe der Ökumene einen deutlichen Schub gegeben. Bei den großen Fragen, wie etwa einem gemeinsamen Abendmahl, sei jedoch immer noch ein langer Atem nötig, sagte der bayerische Landesbischof.

Werbung

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte Ende September mit Blick auf die Debatte über ein gemeinsames Abendmahl davor gewarnt, nur auf eine Seite zu schauen und zu erwarten, dass sie sich bewege. „So kommt man ökumenisch nicht voran“, sagte der Münchner Erzbischof zum Abschluss der Herbstvollversammlung der katholischen Bischöfe in Fulda.

3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Hier hilft nach meiner Meinung nur das mutige Schaffen von Tatsachen. Feiert gemeinsam Abendmahl wo immer ihr euch trefft zum Singen und Beten, in Hauskreisen und auf Freizeiten! Überzeugt durch gelebte Einheit auch die Unsicheren. Tragt es dann behutsam in die Messe, den Gottesdienst.

  2. Christen sollten darauf bedacht sein, nur eine Eucharistie zu feiern;
    denn es gibt nur einen Leib unseres Herrn Jesus Christus und nur einen Kelch zur Vereinigung mit Seinem Blut…

  3. Geliebte!
    Können wir denn zu Christus ja sagen und nicht auch in diesem Ja unser Bekenntnis zu seiner Braut, die die Kirche ist, ablegen? Ist denn Christus ohne seine Kirche denkbar?
    Sprichts Du Dein Amen beim Empfang der heiligen Kommunion, so sprichst Du Dein Amen zum ganzen Christus. Eucharistiegemeinschaft bezeugt also auch Kirchengemeinschaft.
    Ich bitte meine Geschwister, die sich nicht zur einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche bekennen, um ein Verstehen und ich bete für die Erfahrung der Liebe zur wahren Kirche unseres Herrn.
    Für immer Euer Stefan

Comments are closed.