DRAN, das Magazin für junge Erwachsene, hat sich einer Radikalkur unterzogen und wird heute neu gelauncht. Das Motto der Ausgabe: „Dafür statt dagegen“. Worum geht’s? Darüber haben wir mit der verantwortlichen Redakteurin Julia Kallauch gesprochen.

Julia, „dafür statt dagegen“, was erwartet uns bei diesem Thema?

Julia Kallauch: Vor dem Neustart haben wir uns immer wieder die Frage gestellt: Für was möchten wir als Team mit unserer Zeitschrift eigentlich stehen? Und je länger wir darüber nachgedacht haben, umso klarer wurde uns, dass das eine richtig spannende Frage ist. Nicht nur für uns selbst, sondern für unsere Generation. Und so haben wir sie schließlich kurzerhand zur Leitfrage der ersten Ausgabe gemacht und mal etwas genauer unter die Lupe genommen. Was bedeutet es eigentlich, für etwas statt dagegen zu sein?

Warum fokussieren wir uns eigentlich so gerne auf Verbote, öffnen Schubladen in unserem Kopf oder sind aus Prinzip dagegen?

Die Antwort lautet: Es ist extrem leicht! Die Missstände in der Welt bieten genug Offensichtliches, um dagegen zu sein. Doch warum nicht mal den Blick verändern und auf das schauen, FÜR was ich aufstehen oder was ich aus vollem Herzen bezeugen will?

Was sind deine drei Lieblingsartikel im Heft?

Mir gefällt vor allem die Vielfalt und die unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema. Zur Europawahl haben wir Statements der Jugendverbände von CDU, SPD, Linke, Grünen und FDP. Sie betonen die Dimension des „DAFÜR“ in der Gesellschaft. Das ist eine praktische Orientierungshilfe und macht Mut, die eigene Stimme zu erheben und die Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Von einer ganz anderen Seite nähert sich der Beitrag über Sexualität und Selbstannahme dem Thema. Auch das ist ein starker Text, der in die Realität von jungen Erwachsenen spricht.

Was wird DRAN in Zukunft ausmachen?

Wir wollen vor allem die jüngeren Leser in unserer Zielgruppe wieder stärker in den Blick nehmen. Die Phase mit Anfang zwanzig ist total spannend und von so vielen Aufbrüchen, Neuanfängen und Entscheidungen geprägt, da können wir mit unserer Zeitschrift ein guter Wegbegleiter sein. Das ist auch eine Zeit, in der man aus vielen gewohnten Formaten herauswächst, so wie aus dem Jugendkreis oder dem Teenager-Magazin. Genau dort wollen wir unsere Leser abholen und sie im Glauben stärken. Dafür verändern wir den Look, die Formate und natürlich die Inhalte.

Wir wollen ganz nah dran sein an den Themen, für die sich junge Erwachsene interessieren. Dran sein am Puls der Zeit, dran sein an Gottes Wort, dran sein an der Beziehung zu Gott und dran sein am Leben, an „Alltagshelden“, von denen wir uns inspirieren lassen können. Gleichzeitig würdigen wir aber auch unsere Wurzeln und kehren zurück zum Namen DRAN, der eine lange Tradition in unserem Verlag hat.

Was wünscht du dir als DRAN-Redakteurin?

Ich wünsche mir, dass junge Christen klar, echt und mutig in die Zukunft gehen. Dass sie keine Angst haben, einen Standpunkt zu entwickeln, und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Dass sie Brückenbauer werden und um Dialog bemüht sind. Und dass sie sich dafür immer wieder von Gottes Kraft und unfassbarer Liebe mitreißen und ermutigen lassen.

Mehr Infos: www.dran.de / www.dran.ch

  Hier kannst du dir eines von 300 limitierten Gratis-Abos sichern und DRAN ein halbes Jahr gratis lesen.

dran cover dafürDas Magazin DRAN wird vom SCM Bundes-Verlag herausgegeben, zu dem auch Jesus.de gehört.

 

 

 

 

3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. „Dafür sein“ finde ich klasse 🙂 Nur leider hat Julia Kallauch bei ihren Befragungen die wichtigste Partei vergessen. Es kann sein, dass sie sich nicht richtig informiert hat über die Programme und die Taten der stärksten in Deutschland vertretenen Parteien. Vielleicht ist Ihr entgangen, dass die Alternative für Deutschland (AfD)
    + *für* den Schutz von ungeborenem menschlichen Leben ist;
    + *für* den Erhalt der Definition von Familie als Vater-Mutter-Kinder ist;
    + *für* das Existenzrecht des Staates Israel ist – und sie beweisen es durch Taten;
    + *für* das Einhalten von Gesetzen und Ordnung in unserem Land ist.
    Sie ist die Partei, die am nächsten an den Werten ist, die Gott uns in der Bibel zeigt. Da kann sich jeder z.B. durch die Live-Mitschnitte ihrer Reden im Internet informieren.

    • Meine Frage vorab an Heidi Gühring lautet: „Welche Bergpredigt verkündigt die AfD“ ?

      Für etwas zu sein, für eine Idee, einen Glauben, die Nächstenliebe und die Einhaltung der Menschenrechte ist besser, als nur immer nein zu sagen: Zur EU, einer bunten Gesellschaft (die wir seit 30 Jahren sind) und zu neuen Formen von Familie und Partnerschaft. Lesben und Schwule sind wie der brave Heterosexuelle von Gott geliebt. Gott hat keine Vorurteile.

      Julia Kallauch vom DRAN-Magazin zuzustimmen, bedeutet offene Türen einzurennen. Einen Standpunkt zu haben, ihn mutig zu vertreten und Brückenbauer im Dialog mit Andersdenkenden zu sein, bedeutet Konstruktivität. Wenn ich für etwas bin, muß ich dies möglicherweise auch ethisch begründen. Ethik ist ja vorallem etwas verbindendes, denn es sind grundlegende Werte auch unserer westlichen Zivilsation. Wenn wir als Christen dafür sind, daß Flüchtlinge im Mittelmeer nicht ertrinken müssen, darf man aus Europa keine Festung machen. Noch schlimmer wäre zu argumentieren, wer selbst illegal einwandern wolle und verbotenerweise übers Meer komme, sei selbst schuld an seinem Unglück. Dem fügt sich fast von selbst der logische Schluß an – der nicht meiner ist – je mehr Seerettung geboten werde, um so mehr würden Flüchtlinge zur Flucht eingeladen. Natürlich kann man aus der von Jesus gepredigten Nächstenliebe auch Mathematik machen nach dem Motto, ein paar Hundert Tote im Meer seien ein geringeres Übel gegenüber den Hunderttausenden, die dann leider in unsere Zivilgesellschaft und Sozialsysteme einwandern, unsere Töchter und Frauen mit Messern bedrohen und es sich mit unseren Steuergeldern hierzulange gemütlich machen. Die an Stammtischen in Hinterzimmern gehaltenen Reden, die Meinungsäußerungen im Internet oder von führenden AfD-Funktionären sind bei manchen Menschen auf fruchtbaren Boden gefallen. Dazu sind jetzt manche Familien verstritten. Man kann eben auch für etwas sein, was Menschen zutiefst spaltet.

      Natürlich hat sich Jesus in der Bergpredigt nicht mit Flüchtlingen aus Armuts- und Kriegsgegend befasst, auch nicht mit den Ertrunkenen mit Mittelmeer und mit einer verheerenden Rethorik, die heute von Populisten zumeist rechts- oder rechtsradikaler Prägung in Hülle und Fülle vorallem im weltweiten Netz verbreitet wird, in der dessen Vertreter/innen aber in Fernsehdiskussionen eher recht harmlos darherkommen. Aber die Bergpredigt ist ein Aufruf zu radikaler Menschlichkeit, weil die geistlich Armen selig genannt werden, die Friedfertigen das Erdreich besitzen werden und jeder sich zuerst den Balken aus dem eigenen Augen ziehen soll, bevor er den Splitter im Auge des Mitmenschen kritisiert. Eigentlich ist die Bergrede Jesu ein ganz allgemeingültiger Vorschlag für ein gedeihliches Miteinander, denn geht es meinem Mitmenschen gut, werde auch ich keine Probleme haben. Und natürlich auch im Umkehrschluss. Ist jeder seines Bruders oder seiner Schwester Hüter, kommt niemand unter die Räder. Übrigens: Nirgends steht, das weiße Geschwister nur in diese Kategorie fallen.

      Wenn Heidi Gühring in ihrem Direktkommentar behauptet, die AfD wäre am nächsten jenen Werten, die der Gott der Bibel uns zeige, muss ich doch riesengroße Fragezeichen setzen. Diese Werte sind nicht vom Himmel gefallen sondern sind entstanden, weil Menschen in ihrer Seele Gott begegneten, Moses die Kinder Israels durch Gottes Hilfe aus der Versklavung befreite oder die Gläubigen der Urgemeinde es zur Maxime ihres Lebens machten, daß Gott Liebe ist. Sagte nicht Jesus und meinte das ganz ernst: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, daß habt ihr mir getan“. Die geringsten Brüder und Schwestern sind die Flüchtlinge auf dem Meer oder jene bei uns, denen ein Generalverdacht des Islamismus und/oder der Gewalttätigkeit untergeschoben wird. Auch wenn die AfD und jedes ihrer Mitglieder wie jeder andere Mensch das Recht besitzt, seine Meinung frei zu äu8ern, so sollte sie doch einen Anhalt an der Wirklichkeit haben. Ich habe noch deutlich im Ohr, daß die AfD ihren Mitgliedern empfahl, möglichst aus den (großen) christlichen Kirchen auszutreten. Daß dies wohl nicht die beste Idee war versucht man dies jetzt mit eigenen Abteilungen für den jüdischen und christlichen Glauben zu relativieren.

      Ich würde Julia Kallauch gerne ergänzen: „Wir sollen mutig unseren Standpunkt vertreten, daß Populismus,
      Fremdenfeindlichkeit und Verschwörungstheorien keine christlichen Tugenden sind. Sondern Nächstenliebe, Toleranz, Sachlichkeit und Dialogbereitschaft“. Dialog ist nur dem möglich, der unzulässige Verallgemeinerung meidet und mit der Einsicht lebt, daß niemand im Besitz absoluter Wahrheit ist. Fundamentalisten und Populisten spalten, Dialogfähigkeit annähernd Null. Trotzdem brechen Christinnen und Christen nie den Stab über das Gerede von Menschen mit unsäglichem Inhalt. Sie haben die Hoffnung, daß ein Wunder geschieht. Oder daß die Wähler doch lieber intelligenterer politischer Propagande folgen. Das wäre einem (politischen) Gebet angemessen. Für AfD-Politiker zu beten wäre dringlich und das meine ich ehrlich und nicht demagogisch oder ironisch.

      • Geehrter Herr Hehner,
        wenn Sie Ihre Frage sachlich/informativ auf meinen Kommentar beziehen, werde ich Ihnen gerne antworten.

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Please enter your comment!
Bitte gib deinen Namen ein