Wuppertaler Gemeinden kaufen ehemaliges KZ

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Zaun vor gelbem Himmel
Symbolfoto: Pixabay / PublicDomainPictures
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Der Gesamtverband der evangelischen Gemeinden in Wuppertal hat 2019 die Räumlichkeiten des ehemaligen Konzentrationslagers Kemna in Beyenburg gekauft. Das teilt er über seine Webseite mit. Eigentlich war der Gesamtverband nur auf der Suche nach einem neuen Zentralarchiv für den Kirchenkreis. Erst beim näheren Hinsehen stellte sich heraus, dass die interessante Gewerbefläche das ehemalige KZ ist.

Von Juli 1933 bis Januar 1934 hatte hier eines der frühen Lager gestanden, ein Vorläufer der späteren Vernichtungslager. Inhaftiert waren vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten und andere politische Gegner des Dritten Reichs. Beschämend sei die Rolle der evangelischen Kirche in der Geschichte des Lagers, sagte Superintendentin Ilka Federschmidt bei einem Bericht vor der Kreissynode: „Die beiden dort tätigen Seelsorger standen den ‚Deutschen Christen‘ nahe und waren an einem Beistand für die Opfer nicht interessiert, wohl aber daran, in ihren Augen irregeleitete Kommunisten und Sozialisten zur Kirche zurückzuführen.“

Bewusst hat sich der Verband nun dafür entschieden, das Gebäude zu kaufen. Neben dem Archiv soll in dem historischen Gebäude auch ein Gedenkort entstehen. Nach Angaben der Westdeutschen Zeitung liegt der Kaufpreis bei 1,1 Millionen Euro. Die Sanierung wird wahrscheinlich mindestens ebenso viel kosten.