Der Zentralrat der Juden hat am Internationalen Holocaust-Gedenktag dazu aufgerufen, der Verunglimpfung und Instrumentalisierung der Holocaust-Opfer in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie Einhalt zu gebieten.

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Die jüdische Gemeinschaft sei „entsetzt und fassungslos“ über das Verhalten vieler Bürger seit Beginn der Corona-Pandemie, die sich mit Opfern der Schoah gleichsetzten. „Diese Anmaßung und Respektlosigkeit ist für uns unerträglich“, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster am Mittwoch in Berlin: „Was die Menschen in der Schoah erlitten haben, ist mit nichts zu vergleichen.“

Wenn auf Demos die gelben sogenannten Judensterne getragen werden, komme dies einer Relativierung des Holocausts gleich und sei damit volksverhetzend und strafbar, so Schuster: „Polizei und Justiz sollten solche Vorfälle konsequenter ahnden.“ Solche Signale des Staates seien nötig, „auch, um die demokratische Zivilgesellschaft zu stärken. Das sind wir den Opfern der Schoah schuldig.“

 

29 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Der Zentralrat der Juden hat vollkommen Recht. Ein Vergleich der Corona-Maßnahmen mit der NS-Zeit ist mit Nichts zu rechtfertigen. Der Holocaust wird damit relativiert, gleichzeitig überhöhen sich so genannte „Querdenker“ moralisch auf unerträgliche Art und Weise. Am Holocaust-Gedenktag mit den Querdenker-Demonstrationen wieder zu starten ist außerdem mehr als geschmacklos. Bitte erst denken, dann handeln…

    Hier berichten Zeitzeugen aus der Zeit des Holocausts. Sehr lesenswert…
    https://www.sueddeutsche.de/politik/auschwitz-holocaust-zeitzeugen-1.4773177

    • Der gut gedüngte Boden mit Verschwörungstheorien

      Der gut gedüngte Boden mit Verschwörungstheorien trägt nicht unwesentlich auch zu einer neuen Form des Antisemitismus bei. Genauer gesagt: Diese oftmals absurden Verschwörungsphantasien, von den geheimnisvollen Kräften hinter der Welt-bühne, werden offensichtlich geradezu größer, je mehr von dem Mist aus Absurdistan untergemischt wird. Dabei bedient sich einer dieser absurden Theorien der Behauptung, die Bekämpfung der Corona-Pandemie sei eine Methode der Regie-rungen, eine Corona-Diktatur zu errichten. Eigentlich versteckt sich darunter, in einer zweiten tieferen Schicht, nur eine der Uralt-Welterklärungen, die ganz einfach lautet: „Jemand ist immer schuld“. Zu Zeiten des Gefreiten aus Österreich, bald ein sehr umjubelter Führer der Verführten, waren die Juden angebliche Verursacher der Krise nach dem 1. Weltkrieg, dem Hunger und der Armut. Auch manche Christen haben noch zum Unheil beigetragen mit dem Kommentar, als die Mörder des Gottessohnes würden sie nun zu recht bestraft. Dass einige Menschen (eigentlich alle) jüdischen Menschen so ohne Grund hassen können, dass sie auf der Straße verprügelt werden, auf ihre Gotteshäuser Mordanschläge verübt werden sollen – oder wie im Dritten Reich ihre Synagogen angesteckt wurden – war und ist leider stark manchem fehlgeleiteten Wahrnehmen geschuldet, wenn es nicht mehr von Werten, aber auch Verstand, Gewissen und kritischer Betrachtungsweise gefiltert wird.

      Vielleicht ist es auch noch viel einfacher: Als ich als 5Jähriger mit meiner 4jährigen Freundin aus der Nachbarschaft spielte, schlug die mir urplötzlich mit einer Spitzhacke auf den Kopf. Ihre (kindliche) Erklärung: „Ich habe das getan, weil ich Bauch-weh habe. Da könnte der Gottlose sagen – je nachdem wo er lebt: Wenn es mir schlecht geht, schlage ich einen Budhisten, einen Moslem, den Sikh oder eine Christin zusammen. Islamisten, die unsere Welt und die Gesellschaften für unmenschlich und/oder gottesfern halten, reagieren mit barbarischem Terror. Ein abgewählter führender Politiker in den USA lässt in seinen allerletzten Amtstagen noch schnell einhundert Todesurteile vollstrecken. Das ist dann alles eine Form brutaler Abreaktion an Menschen, die nichts für eine weltweite Katastrophe durch eine Pandemie Verantwortung tragen, oder dass wir ganz allgemein nicht mehr im Paradies leben. Verschwörungstheorien leben aus der Lust, den Frust in absurde Märchen zu investieren mit der Absicht, sich durch verbalen Zorn oder offene Gewalt an Personen und Sachen abzureagieren.

      Man braucht sich nur im weltweiten Netz bewegen und wird mit einer Unzahl seltsamer, unwahrscheinlicher, manchmal liebevoll-dummer oder bösartiger Verschwörungstheorien konfrontiert. Gott dagegen ist die Liebe und diese ist nie hinterlistig, zornig, launisch und auf Rache gebürstet. Es gibt auch keinen Teufel hinter der Weltbühne, der den ganzen Kosmos beherrscht, sondern die Art der Herrschaft Gottes ist grenzenlose und voraussetzungslose Liebe. Vielleicht werden deshalb die jüdischen Menschen, die unsere älteren Geschwister im Glauben sind, von manchen Radikalen so gehasst: Weil Jesus ein Jude war, der einen freundlichen, liebevollen und barmherzigen Gott verkündigte. Für radikales Empfinden ist nicht nur Jesus ein Schwächling, sondern jeder jüdische Mensch. Sagte nicht der Führer, dass nur der Starke das Recht habe zu leben. Jesus von Nazareth wurde barbarisch zu Tode gebracht an einem Kreuz, ein schwacher Glaube und schwache Juden.
      Wir Christinnen und Christen sind das Gegenprogramm gegen Verschwörungstheorien, obwohl niemand Gott erklären kann. Die Schwachen, die Nicht-Alleskönner und alle Barmherzigen sind mit Jesus die Auferstehenden, schon in dieser Existenz.

      • An sich stimme ich Dir zu.

        Nur liest sich das bei Dir so, als wenn es so etwas im Christentum nicht gibt. Gerade im Christentum war und ist der Antisemitismus -auch theologisch- stark verankert.

        Einiges, wie z.B. die Lügenlegende von der jüdischen Hostienschändung, ist ohne christlichen Bezug überhaupt nicht möglich.

        Auch die wohl hartnäckigste und weitverbreitetste Lüge, nämlich das ‚Auge um Auge‘ ein angeblich jüdisches Rachegebot ist, kommt aus dem Christentum, dem eben die christliche Botschaft der Liebe entgegen gestellt werden soll. Eine üble Verdrehung des jüdischen Talionsgebotes.

        Und bei den sog. Querdenker-Demos marschieren auch reichlich Christen mit. Sie bilden inzwischen eine der tragenden Gruppen dabei.

        https://www.sonntagsblatt.de/artikel/glaube/corona-leugner-unter-christen-sektenbeauftrager-schnare-warnt-vor-extremistischen
        https://www.focus.de/perspektiven/sie-glauben-sie-haetten-eine-hoehere-wahrheit-h_id_12687213.html

        Antisemitismus ist vielfältig, es gibt ihn links, rechts und in der Mitte, atheistisch, christlich, muslimisch, bildungsfern und beim Bildungsbürgertum. Es ist ein verbindendes Grundübel schon seit sehr langer Zeit, das sich auch gern im neuen Gewand kleidet, wie jetzt gerade mal wieder bei den sog. Querdenkern. Aber es bleibt doch immer der alte Antisemitismus.

        • Lieber Joerg,

          da stimme ich dir auch voll zu. Wir sollten uns auch zuerst an die eigene Nase fassen. Dass bei den Querdenkerdemonstrationen auch reichlich Christen mitmarschieren spricht zumindest dafür, dass unser Glaube von so manchem nicht richtig verstanden wird. Es wundert mich eigentlich auch nicht, wenn Leute wie Trump von Fundamentalisten in den USA als so eine Art Messias angesehen werden. Es wird m.E. in der Pubulärliteratur für Nichttheologen, wie ich einer bin, zu wenig betont, dass man ein sehr gläubiger Christ sein kann mit dem richtigen Gottesbild, dass sich an Jesus Christus orientiert, ohne damit Fundamentalist zu sein. Letztere spielten zumindest in der Vergangenheit die Karte aus, dass das Judentum mit seiner Verfolgung jetzt vom Himmel für den Mord an Jesus bestraft wird. Ich habe das auch in letzter Zeit noch andeutungsweise vernommen und halte das für unsäglich. Das Gegenteil ist eher richtig: Gott straft uns mit Liebe und diese Bestrafung des Gewissens ist gravierender, weil es uns die Scham ins Gesicht treibt.

          • > „Es wird m.E. in der Pubulärliteratur für Nichttheologen, wie ich einer bin, zu wenig betont, dass man ein sehr gläubiger Christ sein kann mit dem richtigen Gottesbild, dass sich an Jesus Christus orientiert, ohne damit Fundamentalist zu sein.“

            Es war sicher auch keine gute Entscheidung der Frommen, sich als „Evangelikale“ zu bezeichnen, um das Schimpfwort „Pietist“ los zu werden. Obwohl damals noch niemand ahnen konnte, wie sich die US-Evangelikalen entwickeln würden …

            „Letztere spielten zumindest in der Vergangenheit die Karte aus, dass das Judentum mit seiner Verfolgung jetzt vom Himmel für den Mord an Jesus bestraft wird.“

            Das ist nach meiner Wahrnehmung von _Fundamentalisten_ kaum gesagt worden. Am häufigsten vermutlich von Katholiken. Aber eigentlich von Christen aller Schattierungen.

            „Gott straft uns mit Liebe“

            Nicht nur. Gerade im Mund Jesu finden wir die Warnung, dass es irgendwann zu spät ist und nur das Gericht bleibt … das sollte nicht zum Kern- oder hauptpunkt der Verkündigung werden, aber es gehört zum „Gesamtpaket“ dazu.

  2. Wenn man „quer“ denkt, kann keine Logik dabei rauskommen. Ziel verfehlt… Es ist so eine Tragik, dass Menschen lieber Lügnern glauben, anstatt die Fakten mal querbeet zu überprüfen. Aber wer so viel Misstrauen sät, wie die Verschwörungsdenker, der hat gründlich vorgearbeitet. Arme Querdenker.

    • Mit „Querdenker“ werden eigentlich Leute bezeichnet, die „quer“ zum Mainstream denken, also kreativ sind. Leute wie Geissler, Alt oder Lafontaine.

      Bei den „Querdenker-Demos“ scheint das Wort aber eher von „Querfront“ abgeleitet zu sein. Wem das nichts sagt: Einfach mal bei Wikipedia nachlesen. Und zu den I)nitiatoren kommen dann jede Menge Verquerdenker …

  3. Mit meinem letzten Kommentar möchte ich sie nicht entschuldigen, die Querdenker. Allein die Tatsache, dass sie ihre Meinung laut äußern dürfen, sich fast ungehindert und straflos bewegen dürfen, es keine Zensur für öffentlich gemachten Blödsinn gibt, sollte ihnen zu denken geben. Das sollte schon ein Alarmlämpchen zum Leuchten bringen und sie zum Überdenken ihrer Ansichten bewegen.
    Mir tun sie nur deswegen leid, weil sie sich in ihrem „Gespinst“ so verfangen haben, dass kein Korrektiv mehr zu ihnen durchdringt. Wenn ich an den Holocaust denke, bekomme ich selbst so viel Angst vor Menschen, die das nicht reflektiert haben, oder gar verharmlosen oder ihre Schlussstriche ziehen wollen. Damit die nächsten Verbrecher es genauso machen können? Es leiden nicht nur die Opfer, es leiden auch ihre Kinder und Enkel immer noch darunter. Und solange hier Juden und Jüdinnen kein Jahr ohne Belästigung, tätliche Angriffe oder Anschläge wie Halle oder Hanau erleben müssen, sind wir noch lange nicht fertig mit dem Antisemitismus, Ausländerhass oder Anti-Israel-Argumentationen. Wenn Israels Politik Leute aufregt, sollen sie mal a) sich mit den historischen Fakten beschäftigen, b) sich mit der Türkei, Iran und beliebig vielen anderen Hotspots für Unrecht beschäftigen. Erdogan und Teheran halten das schön aktuell… Es schadet auch nicht, im eigenen Land mal zu schauen, ob man vielleicht etwas verbessern kann.

    • Liebe Sabine Bauer,

      ich bin der gleichen Meinung. Jedenfalls sollten wir uns als Christinnen und Christen eindeutig vor unsere älteren Mitgläubigen, die Juden, stellen. Ich bin immer für Dialog. Leider zeigt aber alle Erfahrung, dass mit Radikalen in jeder Form, und schon gar nicht mit wirklichen Querdenkern, eine solche Auseinandersetzung möglich ist. Friedlicher und daher konstruktiver Streit geht nur mit jenen, die kein holzschnitzartige Weltbild haben. Schlimmer ist es aber mit den Querdenkern der heutigen mutierten Denkform: Führt man sich deren Behauptungen zu Gemüte, die auch sehr unterschiedlich sind, kann man hierauf auch keine sinnvolle eigene Gegendarstellungen geben. Jedenfalls sind Querdenker deshalb brandgefährlich, weil sie imgrunde kaum an irgend welchen Grundideen festzumachen sind. Ich vermute, dass auch sehr unsinnige und abstruse Ideen nicht strafbar sind, dumme Gedanken auch nicht so schnell juristisch anzugreifen wären. Jedenfalls sind die Antisemiten unter den Querdenkern sehr gefährliche Wölfe im Schafspelz. Straftaten, auch verbale, sollten unerbittlich verfolgt werden. Dies hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun. Wir haben etwas gutzumachen, was eigentlich nicht mehr gut zu machen ist: Das ist der Schutz unserer jüdischen deutschen Mitbürger/innen. Dazu gehört allgemeinverständliche Aufklärung in einfacher Sprache: Über Antisemitismus. Und über Querdenker. Früher waren Querdenker ehrenwerte Leute mit neuen Denkansätzen. Mit denen dürfen sie nicht verwechselt werden.

    • > Wenn Israels Politik Leute aufregt, sollen sie mal a) sich mit den historischen Fakten beschäftigen, b) sich mit der Türkei, Iran und beliebig vielen anderen Hotspots für Unrecht beschäftigen

      Wenn Israels Politik Leute aufregt, sollten sie sich dazu genauso verhalten wie gegenüber anderen Ländern, wo es ähnliches oder schlimmeres zu kritisieren gibt.

      Mich wundert es schon (oder eigentlich nicht, denn ich ahne, warum das so ist), wie viel über Israel in den Medien kritisch berichtet wird, aber z.B. der Jemen findet medial kaum statt.

      Wer Israel kritisiert wie er auch andere Länder kritisiert, mit dem habe ich kein Problem. Israel steht nicht außerhalb der Kritik, auch nicht international und es gibt dort nun wirklich einiges zu kritisieren. Ich finde auch das Beschönigen von dortigem Unrecht falsch.

      Wer aber nur Israel kritisiert und bei ähnlichem oder Schlimmeren schweigt, muss sich fragen lassen, warum. Und wer an der Seite von Terrororganisationen und Unrechtsregimen kritisiert und marschiert, muss sich auch hier fragen lassen, warum.

  4. „Was die Menschen in der Schoah erlitten haben, ist mit nichts zu vergleichen.“

    SO IST ES

    https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2021/01/27/im-gespraech-mit-der-zeitzeugin-sara-atzmon/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign%5BcObj%5D%5Bdata%5D=date%3AU&utm_campaign%5BcObj%5D%5Bstrftime%5D=%25y-%25m-%25d&cHash=881bf1c5797a9c115a398a961ba5a321

    … das vergisst ein jüdischer Mensch sein Leben lang nicht – auch nicht, wer zum Volk der Täter gehört und ein Gewissen hat, ob hier in Deutschland oder anderswo!

    Diese Grausamkeiten, Demütigungen, Enteignungen aus *Macht und Gier*! Man findet gar keine Worte dafür… sowas sind teuflische Handlungen! Wer sich hinein versetzen kann nur in eines dieser Schicksale; sich annähernd vorstellen kann, was es z. B. bedeutet mit hundert Menschen in einem Waggon eingesperrt zu sein ohne sanitäre Anlagen, wie kann der überhaupt noch froh werden?

    Und dann schon lange wieder diese Stimmen … ich fasse es nicht!

    • > wer zum Volk der Täter gehört

      Was meinst Du damit?

      Ich tue mich vor allem aus 3 Gründen mit diesem Begriff schwer:
      – Die in Deutschland ermordeten Juden waren größtenteils Deutsche. Sie waren Teil des deutschen Volkes. Der Begriff könnte suggerieren, dass sie damit auch zur Tätergemeinschaft gehören, was natürlich absurd wäre. Oder das sie eigentlich nicht zum deutschen Volk gehörten, war meines Erachtens in Richtung Antisemitismus ginge.

      – Auch Nichtjuden waren teilweise Opfer: Behinderte Menschen, Kommunisten, politisch unerwünschte, Sozialisten, bestimmte Glaubensrichtungen (Zeugen Jehovas z.B:), Roma und Sinti oder einfach auch nur Menschen, die diesen Wahnsinn widersprachen. Sind das Angehörige des Tätervolkes? Mit dem Geschmäckle, dass sie damit irgendwie auch auf der Täterseite sind?

      Als Drittes wären noch die nach dem 2. Weltkrieg Geborenen bzw. erwachsen Gewordenen.

  5. Sehr gute Dokumentation in der Mediethek des ZDF: Geklaute Geschichte.
    Ich hab mir das angesehen und konnte nur den Kopf schütteln, ob dieser Egozentrik und dieser Panik vor diesem: ich könnte zu kurz kommen und ein Fitzelchen meiner „Freiheit“ aufgeben müssen zugunsten der Allgemeinheit oder eines anderen.
    Besonders beschämend, wenn Christen da mit marschieren und mitschreien: wir sind das Volk.
    Wer ist wir?
    Wer von denen, würde mich mal interessieren, gibt eine wirklich ehrliche Steuererklärung ab? Holt nicht raus für sich was geht?
    Behält zu viel herausgegebenes Wechselgeld für sich usw?

    Wer sich mit dem Holocaust nie beschäftigt hat, und nur Schlagworte und romantisierende Filme kennt, sollte den Mund halten.
    Was bei Filmen komplett fehlt, ist die sinnliche Wahrnehmung im Sinne von: Angst, Schweiss, Dreck, Gestank.

    Was müssen unsere verfolgten Geschwister denken?
    Die grade jetzt unter den Bedingung wegen C noch zusätzlich leiden?
    Wer hier muss hungern, von denen die demonstrieren? Wer kann nicht seine exotischen Früchte kaufen und was weiss ich sonst noch?

    Ach .. ich muss aufhören, denn sonst versündige ich mich und ich meine das nicht flapsig oder zeitgeistlich.

    • Liebe Jutta,

      ich kann deinen Zorn gut verstehen und nachvollziehen. So geht es mir bei diesem Thema und einigen anderen leider auch. Ich versuche dann mit der Realität – nicht versöhnt – aber in Akzeptanz zu leben. Das wurde mir klar bei dem Vers, zuerst den Balken aus dem eigenen Augen zu ziehen. Jedenfalls ist es gut zu beten und zu arbeiten, damit die Welt etwas besser wird und ich und wir wieder etwas von dem Licht anzünden, an dem wir von wohlwollenden Mitmenschen positiv erkannt werden. Gegen die gedankliche Pest, die nicht gedanklich bleibt – den Antisemitismus sowie jeden Rassismus – müssen wir alle sehr wachsam handeln. Und auch gegenüber unseren Geschwistern im Glauben sorgsam und wachsam sein, obwohl eigentlich alle Menschen Geschwister in diesem Sinne sind, weil Jesus am Kreuz für alle gestorben ist. Schlimm ist auch, dass die angeblichen Querdenker sich mit dem Namen einer ehrenwerten Gruppe Menschen schmücken, die unter querdenken eher verstehen, Dinge und Probleme einmal von einer ungewohnten Seite zu betrachten. Heute besteht die Gruppe der Quer-denker und Verschwörungstheoretiker überwiegend aus einer Mischung von Spinnern, Neonazis, (Corona)Gefrusteten – und. leider auch von mitlaufenden Christinnen und Christen. Allerdings sagt mir die Erfahrung eines schon längeren Lebens, dass man mit radikal- und/oder holzschnitzartigen Denkern keinen Dialog pflegen kann. Das macht mich zugegeben ratlos. Niemand sollte daher zögern, ggfls. auch Anzeige zu erstatten. Obwohl auch das Gewaltmonopol des Staates dabei wenig Erfolg zeitigt. Wir bräuchten öfters das Saulus/Paulus-Wunder vor Damaskus. Aber das ist ein völlig anderes Thema

      • Hallo, Herr Hehner, Ihre Antwort auf meinen Kommentar erschliesst sich mir nicht ganz.

        Johannes 1,
        11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
        12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben;
        13 welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.

        Nein, nicht alle Menschen sind Kinder Gottes und Brüder und Schwestern.
        Dem Blut nach mag das stimmen, da wir alle Nachkommen von Noah und seinen Söhnen sind.
        Aber nicht im Sinne wie die Bibel davon spricht.

        Sind Sie mir bitte nicht böse, aber vieles von dem, was Sie schreiben, mag gut gemeint sein, ist mir aber zu „weichgespült“ und schwammig.
        Gott ist Liebe, aber Gott richtet auch.

        „Keine Zweifel trotz Holocaust

        Jeden Sabbath, bevor die Familie in den Gottesdienst geht, bereitet sein Vater Zvi Kalisher das Frühstück vor. Um ihn sammeln sich die vier Kinder und warten darauf, dass der Holocaustüberlebende Zvi Geschichten von der Judenverfolgung erzählt. «Es mag komisch klingen, aber wir sassen einfach da und saugten jedes Wort auf. Und wir stellten ihm Fragen wie: Wie kannst du an Gott glauben? Wo war Gott während des Holocausts? Aber Vater zeigte nie den leisesten Zweifel an Gott. Es war klar für ihn, dass Gott existiert. Er sah es einfach anders. Wenn man 5. Mose, Kapitel 27 und 28 liest und es mit dem Holocaust vergleicht, wird klar, dass die Bibel vorhersagte, dass so etwas geschehen würde, weil die Menschen Israels ihren Gott verlassen hatten.»“
        gefunden auf:
        https://www.livenet.ch/themen/glaube/theologie_philosophie_religion/judentum_israel/308465-papa_wo_war_gott_waehrend_des_holocausts.html

        … das fasst unser Verstand nicht und wehrt sich. Ich habe einige Kommentare von messianischen Juden gelesen, die damit gerungen haben und alle zum gleichen Ergebnis gekommen sind und sich nun fester denn je an Jesus Christus halten.
        Israel wird nur gerettet, wenn sie Jesus Christus erkennen und annehmen.
        Ja, sie sind Gottes irdisches auserwähltes Volk und ja, wir als Christen müssen uns vor jeden Menschen stellen, der angegriffen, beleidigt und ausgegrenzt wird.

        Aber die Wahrheit ist weit unzumutbarer als wir es oft wahrhaben wollen.

        Und im übrigen: die Gottlosigkeit in Europa wächst weiter. Corona entlarvt sehr vieles .. und ist für mich der Beginn des Gerichtes Gottes.
        Das Land der Reformation verkommt.

        • Es gibt keine messianischen Juden. Es gibt Juden oder Christen. Nach jüdischen Glauben hört man auf, Jude zu sein, wenn man einen anderen Glauben (wie z.B. den christlichen) annimmt. Es ist eine christliche Missionsbewegung. Eine innerhalb des Judentums sehr umstrittene, jastark abgelehnte.

          Der Rabbiner Stephen Fuchs schrieb hierzu:
          „Wenn also die Kampagne Juden zu Jesus zu bringen ihr erklärtes Ziel erreichen würde und jeder Jude Christ werden würde, dann wäre das Endergebnis als hätte Hitler den Krieg gewonnen.“
          https://www.hagalil.com/archiv/2001/04/christentum.htm

          Eine Aussage, über die man sicherlich kontrovers diskutieren kann. Aber sie zeigt, wie zumindest Teile des Judentums dieses sehen.

          Insofern halte ich diesen Verweis auf die sog. messianischen Juden oder das Muss der Anerkennung Jesus in Zusammenhang mit der Shoah und dem Leid der Juden für völlig fehl angebracht.

          Was die jüdische Sichtweise der Shoah angeht, so ist diese so vielschichtig wie das Judentum selbst. Sie reicht von Verdrängung des Grauens über Abkehr vom Glauben, ein sich Abfinden und eine gewisse Akzeptanz bis zu einer Stärkung des jüdischen Glaubens. Bis hin zu manchen sehr merkwürdigen Einstellungen (Lesetipp: Rabbiner Walter Rothschild: Auf das Leben)

          Jeder individuelle jüdische Weg hat seine Berechtigung und sollte -insbesondere von Nichtjuden- fern der Kritik sein.

          Und beim Thema Shoah und Antisemitismus sollte man mit christlicher Missionierung sehr zurückhaltend sein.

          Missionierung ist nicht illegal und nicht per se verwerflich. Aber sie muss offen geschehen und im Respekt vor dem Gegenüber. Ein falsches (jüdisches) Deckmäntelchen wird diesem Anspruch sicher nicht gerecht.

          • Also, danke für die Hinweise. Ja, ich kenne die Argumente,
            Ich bin mit dem Begriff: messianische Juden selbst nicht so „glücklich“ .. und ja, die Reaktion ist natürlich sehr unterschiedlich, ich wollte auch gar nicht alle in einen Topf werfen .. und dass wenn jeder Jude Christ werden würde, Hitler den Krieg gewonnen hätte … das tut mir leid, wenn ich zu diesem Eindruck beigetragen haben sollte … weil mein Kommentar nicht gut genug geschrieben war, dann bitte ich um Vergebung.

            Diesen Eindruck wollte ich nun bestimmt nicht erwecken .. es geht auch nicht darum – zu behaupten, dass die Shoah damit aufgehalten hätte werden können .. oder dass die Juden dadurch zusätzlich „Schuld“ ( ich finde kein anderes Wort) wären an ihrem Unglück.
            Ich will auch jetzt gar nicht zu viel dazu sagen … denn ich will das Thema nicht in diesem Forum ausweiten, das wäre zu heikel und der Austausch in geschriebener Form dazu nicht ausreichend. Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass wir Gott ernst nehmen müssen in Seinem Wort.
            ER hat einige Völker schon dazu gebraucht, um Sein auserwähltes Volk aufgrund von Ungehorsam zu strafen, nachdem ER es umworben hat und sie IHM trotzdem immer wieder untreu waren. Und dass die aus Seinem auserwählten Volk, die Jesus Christus als den Heiland und Erlöser erkennen, das auch sehen und sich deshalb aber nicht von Gott abwenden.

            Die Propheten und Jesus Christus reden selbst davon.

            Aber auch hier gilt – trotzdem: GOTT ist auch ein GOTT der Gnade und Barmherzigkeit … keiner weiss, was in den letzten Momenten des Sterbens – egal wo – geschieht .. und es lohnt sich, sich mit dem Werk von Corri ten Boom zu beschäftigen, die im KZ Ravensbrück einsaß, weil sie geholfen hat, Juden zu retten … und für mich kann ich nur beten und bitten, wenn mir begegnen sollte, dass einer aus Gottes Volk angegriffen würde – ich mich einmischenund davor stelle.

            • Ich denke, mit einer christlichen Sicht auf das Judentum kommt man bei diesem Thema nicht weiter. Es ist schlicht nicht Sache des Christentums und seiner Anhänger, die Shoah in Bezug auf das Judentum zu interpretieren.

              Auch was die Interpretation der Thora (z.B. ob und was Strafe durch andere Völker angeht) angeht, werden Christen und Juden nicht zueinander finden können, weil die Christen die mündliche Thora nicht akzeptieren, in aller Regel nicht einmal kennen, die für Juden aber zum Verständnis der schriftlichen Thora unerlässlich ist.

              Wir haben in Deutschland ein unverdientes Glück. War das Judentum nach dem 2. Weltkrieg hier nahezu ausgelöscht und saßen die wenigen Juden in Deutschland die ersten Jahrzehnte buchstäblich auf gepackten Koffern, so erlebten die jüdischen Gemeinden insbesondere durch den Zuzug russischer Juden ab den 90’ern einen starken Aufschwung, der so extrem war, dass er auch mit massiven Problemen verbunden war und bis heute ist.
              ‚Wer baut. der bleibt‘, so heißt es auch in jüdischen Kreisen. Und es entstehen wieder jüdische Gemeinden und Synagogen.

              Ein wunderschönes, aber immer noch gefährdetes Pflänzchen.

              Es wäre richtig und anständig, dieses nicht durch Missionierung wieder zu gefährden. Viele Christen (z.B. in der EKD und kath. Kirche) haben das erkannt und verstanden. Leider noch nicht alle.

              • Damit kann ich nicht einverstanden sein, denn mein Herr und Heiland sagt selbst, in Seinem Wort:
                ICH bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, NIEMAND kommt zum VATER denn duch MICH.

                Es gibt keine 2 Gottesvölker.
                Nicht nach dem Kreuz und der Auferstehung.
                Allein Jesus Christus hat Sünde, Tod und Teufel besiegt.

                Und ich habe selber mal erleben können, wie das ist, wenn man einem Juden gegenüber – bzw das war eine jüdische, hochgebildete Frau – Jesus erwähnt, was da plötzlich für ein Haß aufblitzt.
                Erschreckend. Und tödlich. für die Frau.
                Und meines Erachtens ist es eben nicht möglich, Gottes Wort in diesem Sinne umzuinterpretieren.
                Gott VATER hat uns das Kostbarste geschenkt, was ER hatte, nämlich Seinen eingeborenen SOHN, um uns zu erretten, wenn wir Buße tun und umkehren.
                Was kann es Größeres und Ehrfuchtgebietenderes geben?

                • Mir ist schon klar, dass es Christen gibt, die die Abneigung von Juden gegenüber christlicher Missionierung nicht verstehen können.

                  Dabei reicht ein Blick auf die Geschichte, um zu erkennen, wie übergriffig und unangebracht das ist.

                  Ich verstehe die Frau durchaus.

                  • Es geht doch nicht um mich oder andere Christen.
                    Hätten Paulus und Petrus und die anderen Apostel so gedacht .. dann hätten wir gar kein Evangelium.
                    Dann hätte auch Jesus Christus nicht am Kreuz sterben müssen!!!!!!
                    Wie ist ER die Pharisäer angegangen.
                    Man lese doch seine Bibel.
                    Und Er ist doch zuerst!! für die Juden gekommen und dann für die Heiden. Das betont Paulus doch auch fortwährend.
                    Es geht darum, was die Bibel sagt.
                    Und mir ist klar, warum hier in Europa der Glaube so verwässert und angepasst wird .. und niemand mehr Respekt hat, vor dem biblischen Glauben, wenn doch immer alles gleich-gültig ist.

                    Ihre Behauptung ist ausserdem doch recht gewagt – ich stülpe niemandem irgendezwas über, ich bezeuge. Wer nicht will – seine Entscheidung.
                    Aber wenn allein die Erwähnung des Namens Jesu auslöst: ich hasse diesen Mann, wenn er nicht aufgetaucht wäre, dann ..

                    Ja, was dann?
                    Frieden? Einigkeit?

                    Aber auch das steht in der Bibel.
                    Und es gibt einen hervorragenden Kommentar von Helge Stadelmann zum Epheserbrief, in der Edition C, Bibelkommentar.
                    Zitate:
                    Seite 78, Kommentar zu Epheser, (von Paulus geschrieben), Kap 2,1-3:
                    „Manche christlichen Israelfreunde meinen, man müsse Juden nicht das Evangelium bringen, sie seien ohnehin gerettet, weil sie zum erwählten Volk Gottes gehören. Dem muss ernsthaft widersprochen werden! Israel als Volk wird zwar nie aufhören, Gottes Volk zu sein, denn Gott wird seine Berufung und Erwählung nie widerrufen.(Römer 11,1f + 29).
                    Aber der einzelne Jude, der in der Spnde lebt, der Gottes Gebote übertritt und nicht zur Umkehr und Erlösung findet, fällt aus der Bundesgnade heraus, die dem Volk gilt.

                    S.79
                    So ist auch der jüdische Mensch zuinnerst von der Sünde behrrscht und lebt entsprechend. Wie in Vers 5a deutlich werden wird, ist auch der Jude -wie der Heide – geistlich tot.
                    Fazit:
                    Wir waren von Natur aus Kinder des Zorns, wie auch die übrigen(V3b). Aufgrund ihrer fleischlichen NAtur waren sie, die doch zum erwählten Volk zählten, genauso unter Gottes Zorn wie die Heiden. …“

                    So wie wir unterlassen, unserem Nachbarn egal welcher Couleur Zeugnis zu geben von unserer Errettung und Hoffnung – und Zeugnis geben heisst nicht überreden, nötigen usw – so wenn wir unterlassen den Juden Zeugnis zu geben, versäumen wir und riskieren, dass diese Menschen unerrettet bleiben.
                    Ob aber jemand zum Glauben kommt – das ist nicht unsere Verantwortung, das können wir nicht machen.

                    Aber kein Wunder, dass zB viele Moslems enttäuscht sind, weil man hier halt so im spirituellen Niemandsland lebt und sich viele nicht trauen, Farbe zu bekennen. Wahrscheinlich haben sie keine.

  6. @Joerg.
    So ist es. Sie haben keine Bibelkenntnis. Sie wollen gesellschaft relevant sein und sind die besseren Grünen und Linken.
    Wenn Paulus das nicht gesagt hätte … und Petrus .. und sie nicht selber Juden gewesen wären … Jesus Christus hat doch die aus seinem Volk selbst missioniert .. wieso ist denn das so schwer zu verstehen?
    Sonst gäbe es doch gar keine Christen!!!

    Kein Jude, kein Moslem, kein Baha´i, kein Buddhist muss doch den Glauben annehmen .. aber man muss ihnen davon erzählen, das ist der Missionsbefehl Jesu …
    Matthäus 28,
    16 Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte. 17 Und als sie ihn sahen, warfen sie sich anbetend vor ihm nieder; etliche aber zweifelten[1]. 18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht[2] im Himmel und auf Erden. 19 So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker[3], und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.

    (Schlachter 2000)

    Will man den unseren Heiland und Erlöser entmündigen?
    Bzw das geschieht ja schon seit der Bibelkritik …

    Ach, es ist so traurig.
    Das Leben und die Liebe werden abgelehnt … das kann nicht gut ausgehen ..

    • > Kein Jude, kein Moslem, kein Baha´i, kein Buddhist muss doch den Glauben annehmen
      Darüber sind wir einer Meinung

      > aber man muss ihnen davon erzählen,
      Nur wenn es erwünscht ist (eigentlich eine Selbstverständlichkeit, merkwürdig,. dass man das noch schreiben muss). Und offen und nicht hintenrum. Und auf keine Fall in einer Synagoge oder ähnlichem (jede christliche Kirche würde sich genauso verbieten, dass in ihren Kirchen andere Gemeinschafften missionieren).

      Ich denke, es gibt wohl so gut wie keinen Juden in Deutschland, der nicht weiß, was das Christentum und der entsprechende Glaube ist. Gerade religiöse Juden wissen das oft besser als viele Christen.

      Christliche Missionierung ist bei vielen Juden nicht erwünscht. Das Christentum ist auch eine Geschichte des Antisemitismus, der Judenverfolgung und -ermordung. Man denke nur an die Hetzschriften eines Luther, der auch heute noch in den evangelischen Kirchen verehrt wird und nach dem sich Gemeinschaften und Kirchen benennen.

      Die Juden haben ihren Bund mit Gott, der unveränderlich gültig ist. Das erkennen inzwischen auch die meisten Christen an. Auch wenn Du diesen damit mangelnde Bibelkenntnis unterstellst. Vielleicht legen sie diese nur anders auch und vor allem haben sie ein anderes historisches Verständnis.

      Wenn ein Jude christlich konvertieren will und das Judesein damit aufgibt, so soll er das tun. Wer bin ich, ihm das zu verwehren?

      Aber es bleibt dabei: Das Ziel der christlichen Missionierung wäre, alle Juden zu bekehren, Damit würde das Judentum ausgelöscht. Das wird Gott verhindern. Da bin ich sicher.

      • Ein Jude gibt das Judesein nicht auf, wenn er Christ wird.
        Damit ist dann auch Jesus (Paulus, Petrus, usw) kein Jude mehr und man kann nicht mehr argumentieren: also Jesus war doch auch Jude.
        Nein, Juden/Israeliten sind nicht per se gerettet, nur weil sie Juden/Israeliten sind.
        Dass Gott seinem auserwählten Volk treu ist, bedeutet nicht, dass jeder Einzelne gerettet ist. Ausserdem gibt es auch Christenverfolgung, respektive Verunglimpfung seitens der Ultraorthodoxen Juden in Israel selbst.
        Wo zieht man die Grenze?

        Die Diksussion ist ohnehin fruchtlos.
        Das Ziel der Missionierung ist alle Menschen zur Bekehrung aufzurufen .. siehe Apostelgeschichte 4,12.

        Sehr empfehlenswert:
        Petr Jasek, Gefangen mit dem IS – Glaube leben im Angesicht des Terrors.

        Sr H. Führer, Ermordet in Kabul – Vom Leben, Glauben und Kämpfen der Simone Beck

        Ich habe mich viel mit dem Widerstand im 3. Reich befasst. In meiner Heimatstadt steht die Kirche, in deren Orgel die „Weiße Rose“ Flugblätter versteckt hatte und woher die Scholls stammen.
        Für Sophie Scholl war der christliche Glaube Antrieb zum Widerstand – vor ihrer Hinrichtung sagte sie zur Mutter: Aber Jesus. gell? , wie auch für Bonhoeffer, was immer man von einem Aufruf zum „Tyrannenmord“ halten möchte.
        Ich halte fest für mich und bete um Mut, jedem Jesus Christus als Heiland und Erlöser zu bezeugen, egal ob Jude oder .. oder…

        Jesus Christus sagt:
        ICH bin der WEG, die WAHRHEIT und das LEBEN. Niemand kommt zum VATER denn durch MICH.

        Wer bin ich, dass ich IHN zum Lügner mache?

        Damit verabschiede ich mich aus dieser Diskussion.

        • > Ein Jude gibt das Judesein nicht auf, wenn er Christ wird.

          Das entscheidest weder du noch irgendein anderer Christ. Wer Jude ist, legt das Judentum fest, nicht das Christentum. Und das Judentum schließt es aus, dass ein Jude einer anderen Religion (wie dem Christentum) gleichzeitig angehören kann. Man kann ja auch nicht Christ und Muslim gleichzeitig sein.

          > Damit ist dann auch Jesus (Paulus, Petrus, usw) kein Jude mehr und man kann nicht mehr argumentieren: also Jesus war doch auch Jude.

          Die Frage wäre hier auch eher: War Jesus im heutigen Sinne Christ? Das Christentum hat sich nach seinen Anfängen, die sicherlich eine innerjüdische Gruppierung waren, zu einer nichtjüdischen Religion entwickelt. Wann das exakt erfolgt ist, ist eine wissenschaftliche Streitfrage. Ich selbst würde es bei Paulus ziehen durch die Ausdehnung auf die Heidenmission. Aber dass es inzwischen 2 verschiedene Religionen sind, das bestreiten wahrscheinlich nur noch die allergrößten christlichen Fundamentalisten.

          > Dass Gott seinem auserwählten Volk treu ist, bedeutet nicht, dass jeder Einzelne gerettet ist.

          Nein, nicht jeder Jude ist nach jüdischen Glaube gerettet. Ein Jude gehört dem Bund der Juden mit Gott an. Dieser gibt ihm Rechte und Pflichten. Und danach beurteilt Gott sein Leben. Allerdings nur nach den taten nicht nicht so ausschließlich wie im Christentum, wo schon eine Sünde zur Verdammnis reicht. Nach meinem Wissen muss man sich das eher wie eine Waage vorstellen.

          > Ausserdem gibt es auch Christenverfolgung, respektive Verunglimpfung seitens der Ultraorthodoxen Juden in Israel selbst.
          Wo zieht man die Grenze?

          Jede Verfolgung ist verwerflich. Aber ist Dir bewusst, dass du hier gerade genau das tust, was im Artikel oben als übler Antisemitismus bezeichnet wird: Du versuchst, die Judenermordung und Verfolgung dadurch zu relativieren mit dem Vergleich zu dem Verhalten ultraorthodoxer Juden gegen andere Glaubensrichtungen(und gegen liberalere jüdische Richtungen). Das ist genau das, was diese Demonstranten im Artikel auch tun. Die Shoah und Ermordung der Juden mit unmöglichen Vergleichen zu relativieren.

          • Das ist ein unziemliche Unterstellung. Und ich empfinde: Sie mixen wild durcheinander, weil Sie die Bibel nicht kennen.

            Aber seis drum.

            Ich weiss, an wen ich glaube.

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