Tag 214

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Daniel 4

Beltschazar antwortete ihm: „Du sahst einen Baum, der wuchs gewaltig, sodass er groß und mächtig wurde. Schließlich reichte er bis an den Himmel, und die ganze Welt konnte ihn sehen. Dieser Baum, o König, bist du: Denn du bist mächtig und groß geworden. Der Traum bedeutet Folgendes, o König: Der Höchste hat über dich, meinen Herrn und König, einen Beschluss gefasst. Man wird dich aus der Gemeinschaft der Menschen ausstoßen, und du musst bei den wilden Tieren des Feldes leben. Wie die Rinder wirst du dich von Gras ernähren, und vom Tau des Himmels wirst du durchnässt werden. Sieben Zeiten werden so über dich hinweggehen – erst dann wirst du erkennen, dass der Höchste die Gewalt über alle Reiche der Welt hat. Dass aber befohlen wurde, den Baumstumpf und die Wurzeln stehen zu lassen, bedeutet Folgendes: Dein Königreich wird dir wieder zufallen, sobald du eingesehen hast, dass der HERR im Himmel die Herrschaftsgewalt innehat. Darum, o König, höre an, was ich dir rate: Lass ab von deiner Sünde und schaffe Recht. Nur dann kann es dir auf Dauer gut gehen.“

Nebukadnezar war offenbar ein Mann, der für Traumbotschaften kolossaler Natur sehr empfänglich war. Hier träumt er von einem Riesenbaum, sozusagen einem Superbaum. Dann aber kommt vom Himmel die Order, diesen Superbaum zu fällen. Der Stumpf und die Wurzeln sollen stehen bleiben, aber die ganze Pracht verschwinden. Zweck der Übung (und hier wird das Bild durchbrochen): Der Baum soll Demut lernen, damit Gott groß wird.

Daniel weiß die Deutung, wagt sie aber kaum auszusprechen (denn mächtige Könige mögen keine schlechten Nachrichten über sich hören). Dann fasst er aber doch Mut: Der König wird bald wie ein Tier leben müssen, denn er sündigt gegen den HERRN. Allerdings wird er nicht ganz vernichtet, sondern kann „rehabilitiert“ werden, wenn er sich Gott zuwendet.

Ziemlich absurd für den Moment; immerhin wurde Daniel dafür nicht bestraft. Aber: Ein Jahr später findet sich der König wieder mal außerordentlich toll und klopft sich auf die Schulter. Kurz darauf wird er aus der Menschengemeinschaft ausgestoßen, offenbar vom Wahnsinn umjubelt. Man trifft ihn Gras fressend auf der Wiese. Doch tatsächlich kehrt nach sieben Jahren sein Verstand zurück und er kann wieder als König regieren.

Heute noch auf hohen Rossen, morgen durch die Brust geschossen. Wer sich an seiner eigenen Größe berauscht (und das kann auch Christen passieren), muss sich nicht wundern, wenn er mit einem empfindlichen Kater aufwacht. Und der kann manchmal lange anhalten! Doch auch bei hoffnungslosen Fällen gibt es die Chance zur Umkehr.