1. Samuel 4
Also kämpften die Philister und wieder wurden die Israeliten besiegt. Die Lade Gottes wurde erbeutet, und Hofni und Pinhas, die beiden Söhne Elis, wurden getötet. Ein Mann aus dem Stamm Benjamin lief vom Schlachtfeld fort und gelangte noch am selben Tag nach Silo. Eli saß auf einem Stuhl neben der Straße und wartete auf Nachrichten über den Kampf, denn sein Herz zitterte vor Angst um die Lade Gottes. Der Bote lief zu Eli, um ihm zu berichten: „Ich komme vom Schlachtfeld – heute bin ich von dort geflohen.“ „Was ist geschehen, mein Sohn?“, wollte Eli wissen. „Israel ist schwer geschlagen“, antwortete der Bote. „Die Israeliten sind vor den Philistern geflohen. Auch deine beiden Söhne Hofni und Pinhas wurden getötet. Und die Lade Gottes wurde erbeutet.“ Als der Bote berichtete, was mit der Lade geschehen war, fiel Eli rückwärts von seinem Stuhl neben das Tor. Dabei brach er sich das Genick und starb.
Der Krieg gegen die Philister endete zunächst mit einer herben Niederlage, die die Israeliten zur berechtigten Frage brachte, ob denn religiös mit ihnen noch alles in Ordnung sei. Da erinnerten sie sich daran, dass sie doch noch irgendwo die Bundeslade hatten – und hatte die nicht schon in der Vergangenheit gute Dienste getan? Das hielten die Israeliten für eine so gute Idee, dass sie schon aus Vorfreude über einen Sieg in der nächsten Schlacht in Jubel ausbrachen.
Dieser lautstarke Jubel machte allerdings die Philister auf die Vorgänge aufmerksam. Und sie reagierten nun so, wie die Israeliten es nicht erwartet hätten. Zwar mussten sie erst einmal kräftig schlucken, aber dann siegte der Mut der Verzweiflung und die Philister setzten ungeahnte Kräfte frei. Am Ende wurden 30.000 Mann getötet (darunter die unsäglichen EliSöhne) und sogar die Bundeslade wurde erbeutet.
Das hatten sich die Israeliten eben nur so schön gedacht: Der HERR ist kein Truppenmaskottchen, und die Bundeslade lässt sich nicht für eigenwillige Wege instrumentalisieren.
Als Eli die Schreckensnachrichten hörte, fiel er buchstäblich vom Stuhl und war tot. Die Priester tot und das Heiligtum verschwunden – wie soll es denn mit Israel nun weitergehen?
