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Jemen-Geiseln: Angehörige starten Such-Aufruf in der arabischen Welt

Die Angehörigen der vor anderthalb Jahren im Nordjemen entführten sächsischen Familie wollen einen Aufruf in der arabischen Welt starten, um Gewissheit über deren Schicksal zu bekommen.

 Die Angehörigen erhoffen sich von der Aktion Rückmeldungen, die Aufschluss über den Verbleib der Familie geben können, berichtet die in Dresden erscheinende «Sächsische Zeitung» (Mittwochsausgabe). Das genaue Vorgehen müsse jedoch noch geklärt werden.

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 Seit die fünfköpfige Familie im Juni 2009 verschwunden ist, gibt es von den Eltern Sabine und Johannes Hentschel, ihrem Sohn Simon und einem zudem vermissten Briten kein Lebenszeichen. Die Töchter Lydia (6) und Anna (4) kamen im Mai dieses Jahres überraschend frei. Mit der aus der sächsischen Lausitz stammenden Familie wurden insgesamt noch vier Kollegen entführt.

 Wirklich gesucht werde nach den Eltern, die für eine christliche Hilfsorganisation tätig waren, nicht mehr, zitiert die Zeitung den Schwager von Johannes Hentschel, Reinhard Pötschke. «Es fehlen verwertbare Spuren.» Das Auswärtige Amt in Berlin bemühe sich, den Verbleib der Sachsen zu klären.

 Von Lydia und Anna, die seit ihrer Rückkehr bei einer Tante leben und dort auch die Weihnachtszeit verbringen, sei nur Bruchstückhaftes zu erfahren, zum Beispiel, dass der kleine Bruder krank geworden sei, heißt es in dem Bericht. Die Mädchen lebten sich in der Heimat ein, sprechen auch wieder Deutsch. Anfangs unterhielten sie sich nur auf Arabisch.

 Dass ihre Eltern verschwunden sind, wüssten sie, sagte Pötschke der Zeitung. «Die Trennung mussten sie aber schon vor langer Zeit verarbeiten.» Vermutlich wurde die Familie kurz nach der Entführung auseinandergerissen. Die beiden Mädchen wurden offenbar von der saudi-arabischen Armee im Rahmen einer militärischen Operation befreit.

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 Die Familie aus Meschwitz bei Bautzen gehört der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens an. Sie wurde gemeinsam mit zwei Bibelschülerinnen aus dem nordrhein-westfälischen Lemgo, einem britischen Ingenieur und einer südkoreanischen Lehrerin bei einem Ausflug verschleppt. Die beiden Bibelschülerinnen und die Lehrerin wurden wenige Tage nach der Entführung ermordet aufgefunden.

(Quelle: epd)

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