Tag 22

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1. Mose 22

Dort baute Abraham einen Altar und schichtete das Holz darauf. Dann fesselte er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Abraham nahm das Messer, um seinen Sohn als Opfer für den Herrn zu töten. In diesem Augenblick rief der Engel des HERRN ihn vom Himmel: „Abraham! Abraham!“ „Ja“, antwortete er. „Ich höre.“ „Lass es sein“, sagte der Engel. „Tu dem Kind nichts. Denn jetzt weiß ich, dass du Ehrfurcht vor Gott hast. Du hättest sogar deinen einzigen Sohn auf meinen Befehl hin geopfert.“ Da sah Abraham auf und entdeckte einen Schafbock, der sich mit den Hörnern in einem Busch verfangen hatte. Er holte den Schafbock und opferte ihn anstelle seines Sohnes als Brandopfer. Abraham nannte den Ort „Der HERR sieht“, deshalb sagt man auch heute noch: „Auf dem Berg des HERRN, wo der HERR sich sehen lässt.“

Nach jahrelangen Irrungen und Wirrungen scheinen Abraham und Sara nun am vorläufigen Ziel ihrer Träume. Doch auch das hat wieder düstere Begleiterscheinungen (nachzulesen in 1. Mose 21,8-21). Sara meint nun doch, Hagar samt Sohn in die Wüste schicken zu müssen, weil Ismael ihren Isaak ständig hänselt. Diesmal ist es ein Abschied für immer. Die Bibel offenbart uns aber auch hier wieder die göttliche Fürsorge für Hagar und Ismael.

Was Isaak angeht, ist aber längst nicht alles in Butter. Abraham bekommt von Gott nämlich einen Befehl, der unzumutbar erscheint: Er soll seinen Sohn opfern. Schon dies befremdet, denn Menschenopfer werden in der Bibel sonst regelmäßig als Gräueltaten beschrieben. Aber dass Abraham nun den Nachkommen, auf den sein ganzes Leben sich doch zu richten schien, eigenhändig opfern sollte, ist absolut unfassbar. Wir wissen um das Ende: Das Ganze war „nur“ ein Glaubenstest. Doch in der konkreten Situation wusste Abraham das nicht – und auch wir wissen nicht, wie später die Nöte zu deuten sein werden, die wir heute (möglicherweise ebenfalls im Gehorsam gegenüber Gott) durchmachen.