Epheser 4
Verzichtet auf schlechtes Gerede, sondern was ihr redet, soll für andere gut und aufbauend sein, damit sie im Glauben ermutigt werden.
Beim Gebot, keine falsche Aussage über seinen Nächsten zu machen, ist zunächst an einen Streitfall vor Gericht zu denken. Auch heute verstehen die Gerichte eine Falschaussage nicht als Lappalie. Aber sicherlich geht das Gebot noch darüber hinaus. Wer kann ermessen, wie viel Schaden im Leben von Menschen durch Falschaussagen erzeugt wird? Dabei ist nicht unbedingt an böswilliges Denunziantentum zu denken, wie es etwa in den unseligen Hexenprozessen oder in Zeiten politischer Bedrückung üblich war und ist. Viel häufiger ist doch, dass man einem bösen Gerücht über jemanden glaubt: Man stößt ins selbe Horn und verbreitet das Gerücht weiter (sicherlich in der Meinung, es sei die Wahrheit), spricht aber nicht mit dem Betroffenen darüber.
Dieses Gift der bösen Nachrede ist nicht auszurotten. Aber Paulus macht einen konstruktiven Gegenvorschlag: Potenzielle Plaudertaschen sollen in dem, was sie reden, darauf achten, andere zu ermutigen. Allein dadurch kann sicherlich schon viel atmosphärisches Unheil eingedämmt werden.
