Josua 3
Zu Josua sagte der HERR: „Ab heute will ich dich zu einem bedeutenden Mann in den Augen der Israeliten machen. Alle sollen wissen, dass ich mit dir bin, wie ich mit Mose war. Gib den Priestern, die die Bundeslade tragen, folgende Anweisung: ,Wenn ihr ans Jordanufer kommt, geht ein paar Schritte in den Fluss hinein und bleibt dann stehen.‘“ …
Da brachen die Menschen auf, um den Jordan zu überqueren, und die Priester, die die Bundeslade trugen, gingen voran. Es war gerade Erntezeit, und der Fluss war über die Ufer getreten. Doch als die Priester, die die Lade trugen, an den Jordan kamen und vom Ufer ins Wasser traten, begann sich der Fluss bei der Stadt namens Adam, gegenüber von Zaretan, stromaufwärts zu stauen. Das Wasser blieb wie ein Damm stehen. Unterhalb der Staustelle floss es weiter ins Tote Meer, bis das Flussbett schließlich trocken war. In der Nähe von Jericho überquerte das Volk nun den Fluss.
Wenn heute einer sprichwörtlich „über den Jordan geht“, dann ist es aus und vorbei mit ihm. Für die Israeliten fing es jedoch damit erst richtig an. Dem Volk Israel wird ein bemerkenswertes Zeichen gegeben, dass bei diesem Geschehen der HERR am Werk ist. Hier schließt sich der Kreis, der mit der Flucht aus Ägypten und der Rettung am Roten Meer (und eigentlich ja schon mit der Verheißung an Abraham) begonnen hatte. Gott ist diesmal nicht durch die Wolkenformationen, sondern durch seine Bundeslade gegenwärtig. Aber es wird allen überdeutlich: Ohne den HERRN läuft nichts.
Interessant: Selbst wenn Gott offenkundig alles bewirkt, müssen die Menschen erst die Füße im Jordan haben, bevor Gott etwas tut. Im Alltagsleben überwindet leider schon mal die Sehnsucht nach trockenen Füßen (auch „Komfortzone“ genannt) unseren Glaubensgehorsam.
Das Wunder ist ähnlich wie am Roten Meer: Wassermassen stauen sich und das Volk kann hindurchmarschieren. Durch das Handeln mit der Bundeslade demonstriert Gott, dass er ihnen das Land schenkt. Es ist also eher eine Landgabe als eine (wie sie oft bezeichnet wird) Landnahme.
