Tag 134

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1. Könige 10

Die Königin von Saba hörte davon, dass Salomo dem Namen des HERRN Ehre bereitete. Sie machte sich auf den Weg, um ihn mit Rätseln auf die Probe zu stellen. Mit großem Gefolge zog sie in Jerusalem ein, begleitet von einer mit Gold, Balsamöl und kostbaren Edelsteinen reich beladenen Kamelkarawane. Als sie zu Salomo kam, sprach die Königin mit ihm über alles, was sie sich vorgenommen hatte. Salomo beantwortete alle ihre Fragen; nichts war so schwierig, dass der König es ihr nicht erklären konnte. Als die Königin von Saba die Weisheit Salomos erkannte und den Palast sah, den er gebaut hatte, war sie außer sich vor Staunen. Sie bewunderte auch die erlesenen Speisen, die vor ihm aufgetragen wurden, seinen geschickten Umgang mit seinem Gefolge, die prächtige Kleidung seiner Sekretäre und ihr Auftreten, seine Mundschenke und die Brandopfer, die Salomo im Haus des HERRN darbrachte. … Hirams Schiffe brachten zusammen mit dem Gold aus Ofir auch eine Menge Sandelholz und kostbare Edelsteine mit. Aus dem Sandelholz ließ der König ein Geländer für das Haus des HERRN und den königlichen Palast sowie Harfen und Zithern für die Sänger machen. Niemals zuvor und auch niemals wieder kam so viel Sandelholz ins Land. König Salomo gab der Königin von Saba, was ihr gefiel und worum sie ihn bat, zusätzlich zu seinen Geschenken, mit denen er sie großzügig bedachte. Dann brach sie mit ihrem Gefolge auf und kehrte in ihr eigenes Land zurück.

Manchmal kann Reichtum offenbar auch eine missionarische Komponente haben. Denn die Königin von Saba hätte wohl kaum einen Schreiner aufgesucht, wenn dieser dem Namen des HERRN Ehre bereitet hätte. Tatsächlich kommt sie in allem Pomp, um mit ihrem Standes(und Vermögens-)genossen Quizspiele zu spielen. „Wer wird Millionär?“ wird es nicht gewesen sein, das kommt in dieser Einkommensklasse nicht mehr so gut an.

Schade, dass die Rätsel hier nicht genannt sind, aber Salomo scheint den Test ja mit Bravour zu bestehen. Möglicherweise hatte die Königin von Saba bislang noch keinen solchen Reichtum außerhalb ihres Einzugsbereichs bewundern können. Und zwar neidlos, weil sie zu alledem noch den HERRN lobt.

Als Christen haben wir normalerweise einen Abwehrinstinkt, wenn mit dem Reichtum allzu dick aufgetragen wird. Gerne verweisen wir hier auf die Niedrigkeit und Armut Jesu. Natürlich ist Jesus auch zu vielen armen Leuten gekommen und hat eindringlich vor den Gefahren des Reichtums gewarnt. In den frühchristlichen Gemeinden gab es aber durchaus wohlhabende Leute (1.Timotheus 6,17-19), die jedoch dazu angehalten wurden, mit ihrem Reichtum freigebig und verantwortungsvoll umzugehen.

Was aber den missionarischen Aspekt angeht: Manche Leute lassen sich eben nur von ihresgleichen erreichen. Das ist heute auch nicht anders als vor 3000 Jahren.