Tag 135

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1. Könige 11

König Salomo liebte viele ausländische Frauen. Außer der Tochter des Pharaos heiratete er noch Frauen aus Moab, Ammon, Edom, Sidon und aus dem Volk der Hetiter. Dies waren die Völker, von denen der HERR seinem Volk ganz klar befohlen hatte: „Lasst euch nicht mit ihnen ein, denn sie würden euch dazu verführen, ihre Götter anzubeten.“ Doch Salomo hatte eine Vorliebe für sie. Er hatte 700 Frauen und 300 Nebenfrauen, und sie beeinflussten sein Herz. Als Salomo alt geworden war, hatten seine Frauen ihn so weit gebracht, dass er ihre Götter anbetete. Er vertraute nicht länger allein auf den HERRN, seinen Gott, wie sein Vater, König David, es getan hatte. … Der HERR wurde zornig über Salomo, weil sein Herz sich vom HERRN, dem Gott Israels, abgewandt hatte, obwohl er ihm zweimal erschienen war. Er hatte Salomo eindringlich davor gewarnt, andere Götter anzubeten, doch Salomo hörte nicht darauf. Da sprach der HERR zu ihm: „Weil du meinen Bund nicht gehalten und meinen Gesetzen, die ich dir gab, nicht gehorcht hast, werde ich dir dein Königreich nehmen und es einem deiner Diener geben. Doch um deines Vaters David willen werde ich es noch nicht zu deinen Lebzeiten tun. Ich werde es erst deinem Sohn wegnehmen. Und er soll weiterhin wenigstens König eines Stammes bleiben, um meines Dieners David und um Jerusalems, meiner erwählten Stadt, willen.“

Es wundert einen doch erheblich, dass der HERR nicht schon längst mit Salomo Schluss gemacht hat. Dass die Frauen Salomos Schwäche waren, ist noch harmlos ausgedrückt. Er sammelte Frauen wie andere Leute Briefmarken, und zwar am liebsten ausländische. Jeder Emir würde heute gelb vor Neid. Schlimmer noch als die Vielzahl der Frauen ist für die Bibel deren Herkunft. Sie stammten nämlich aus den Nachbarländern; es gab ein explizites Gebot des HERRN, sich genau mit diesen nicht zu verehelichen.

Frauen waren Salomos Schwäche aber noch in einem anderen Sinn: Sie machten ihn auch schwach. Am Ende seines Lebens ist Salomo nicht mehr der durch den HERRN mit Weisheit und Reichtum gesegnete König, sondern ein religiös desorientierter Greis, der es offenbar all seinen Frauen recht machen will. Mit ihm veränderte sich auch die Landschaft Israels, und es gab nun an jeder Ecke die Gelegenheit, einem anderen Götzen zu huldigen.

Nicht nur Genie und Wahnsinn, sondern auch höchste Gottesfurcht und schlimmste Sünde liegen offenbar bedrohlich nahe zusammen. Das lässt sich an Salomo als Person feststellen, und auch ganz Israel gerät jetzt in einen Strudel des Abgrunds. Gott jedenfalls distanziert sich von Salomo und erklärt seine frühere Verheißung als verwirkt. Salomos Königreich wird nicht ewig bestehen, sein Sohn wird es verlieren.