Tag 183

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Sprüche 31

Wer kann schon eine tüchtige Frau finden? Sie ist wertvoller als die kostbarsten Edelsteine. Ihr Mann kann ihr vertrauen, und sie wird sein Leben bereichern. Ihr ganzes Leben lang unterstützt sie ihn und fügt ihm nichts Böses zu. … Ihr Mann ist angesehen, denn er sitzt in der Ratsversammlung zusammen mit anderen hohen Bürgern des Landes. Kostbare Hemden und Gürtel stellt sie her, die sie dem Händler verkauft. Sie strahlt Kraft und Würde aus, und sie lacht und hat keine Angst vor dem kommenden Tag. Wenn sie spricht, sind ihre Worte weise, und sie erteilt ihre Anweisungen in freundlichem Ton. Sie weiß genau, was in ihrem Haus vor sich geht, und Faulheit kennt sie nicht. Ihre Kinder begegnen ihr mit Achtung und segnen sie. Ihr Mann lobt sie: „Es gibt viele tüchtige Frauen, doch du übertriffst sie alle!“ Anmut betrügt und Schönheit vergeht, aber eine Frau, die Ehrfurcht hat vor dem Herrn, soll gelobt werden.

Vertritt die Bibel ein unmodernes Frauenbild? Na ja, zunächst scheint dieser Text in unangenehmer Weise wohlwollend den Frauen auf die Schulter klopfen zu wollen. Aber man muss mal genau lesen, was da steht. Da ist keinesfalls von einem Kittelschürze tragenden Heimchen am Herd die Rede. Man beachte einmal die ganzen Anspielungen auf das, was diese Frau macht, um Gewinn zu erwirtschaften. So viel zum Thema Berufstätigkeit der Frau!

Vers 23 sagt zwar über den Mann, dass er als angesehener Mann ein politisches Amt bekleidet, die restlichen Verse drücken aber aus, dass er das ohne das Engagement seiner Frau glatt vergessen könnte. Hinter einem erfolgreichen Mann steht also eine (lebens-)tüchtige Frau.

Wir sollten vorsichtig sein, der Bibel ein rückwärtsorientiertes Frauenbild unterzujubeln. Solche Texte zeigen den enormen Einfluss und die riesigen Entfaltungsmöglichkeiten, die Gott für Frauen vorgesehen hat. Dass dieses Potenzial häufig ungenutzt bleibt, liegt aber auch nicht selten an den Männern! Deren Frauenbild ist nämlich manchmal rückständiger als das, was bereits vor 3000 Jahren in Israel als so wichtig und richtig angesehen wurde, dass man es für die Nachwelt aufbewahrt hat.