Tag 210

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Daniel 1

Daniel beschloss in seinem Herzen, keine Speisen und keinen Wein vom Tisch des Königs anzurühren. Er wollte sich an die Speisegesetze seines Gottes halten. Er bat Aschpenas um die Erlaubnis, die kultisch unreinen Speisen nicht essen zu müssen. Gott sorgte dafür, dass der oberste Hofbeamte große Achtung vor Daniel hatte und Nachsicht mit ihm übte. Trotzdem sagte er zu Daniel: „Ich habe Angst vor meinem Herrn. Wenn er erfährt, dass ihr schlechter ausseht als die anderen jungen Männer eures Alters, wird er mir wegen euch den Kopf abschlagen.“ Da sagte Daniel zu dem Palastdiener: „Ernähre uns versuchsweise zehn Tage lang mit Gemüse und Wasser. Vergleiche nach Ablauf dieser zehn Tage unser Aussehen mit dem der anderen jungen Männer, die von den Speisen des Königs essen. Danach entscheide, wie du weiter mit uns verfahren willst – je nachdem, was du an uns siehst.“ Der Aufseher ging auf Daniels Vorschlag ein und führte diesen Versuch zehn Tage lang durch. Am Ende dieser zehn Tage wirkten Daniel und seine drei Freunde gesünder und sahen besser genährt aus als die anderen jungen Männer, die von den Speisen des Königs gegessen hatten.

Es sind nun schon einige Jährchen vergangen, seitdem die Babylonier die Israeliten verschleppt hatten. Nun verfiel der babylonische König Nebukadnezar aus welchen Gründen auch immer auf die Idee, eine kleine jüdische Kaderschmiede einzurichten, deren Absolventen ihm dann mit Rat und Tat in Staatsangelegenheiten zur Seite stehen sollten. Das wäre auch ganz gut vonstattengegangen, wäre Daniel nur nicht so strenggläubig und konsequent gewesen. Das Problem war nämlich, dass die Babylonier nun einmal eine andere Speisekarte hatten, als es den Israeliten durch ihr Gesetz vorgeschrieben war. Und Letzteres wollte Daniel auf keinen Fall brechen.

Offenbar gab es nur wenig, was Daniel überhaupt essen durfte, so dass sein Coach befürchtete, sein Schützling könne vom Fleisch fallen – und er müsste es hinterher ausbaden, so einen hoffnungsvollen jungen Mann entkräftet aussehen zu lassen. Aber Gott hilft hier durch – und trotz Schonkost bleibt Daniel offenbar dank Gottes Hilfe fit wie ein Turnschuh. Nicht nur das: Auch die Investition in dieses Fortbildungsprogramm scheint sich für den König auszuzahlen: Alle reifen zu qualifizierten Beratern heran.

Gehorsam ohne Kompromisse bringt Segen, das kann auch mal eine Karriere sein. Wobei es Daniel und den anderen jungen Männern bemerkenswerterweise nicht verboten war, Ratgeber eines im Prinzip feindlichen Königs zu sein (demgegenüber sie eigentlich auch später loyal waren). Aber: An den entscheidenden Punkten ist Gott und nicht der König der Chef in ihrem Leben.

Es steht uns als Christen gut an, unsere Aufgaben im Beruf treu zu erledigen (siehe hierzu Epheser 6,5). Aber es gibt immer wieder Dinge, in denen man Gott mehr gehorchen muss als dem Chef.