Tag 213

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Daniel 3 in Auszügen

Da befahl Nebukadnezar voll Zorn und Wut, Schadrach, Meschach und AbedNego zu holen. Als man sie vor den König gebracht hatte, sagte Nebukadnezar zu ihnen: „Schadrach, Meschach und Abed-Nego, stimmt es, dass ihr meine Götter nicht verehrt? Und betet ihr tatsächlich das goldene Standbild nicht an, das ich aufstellen ließ? Also: Wenn ihr, sobald ihr den Klang der Musikinstrumente hört, niederfallt und die Statue anbetet, die ich anfertigen ließ, ist alles gut. Wenn ihr dazu aber nicht bereit seid, sollt ihr sofort in den glühenden Feuerofen geworfen werden. Und wer ist der Gott, der euch vor meiner Strafe retten könnte?“

Schadrach, Meschach und Abed-Nego aber antworteten dem König: „O Nebukadnezar, wir wollen uns gar nicht vor dir rechtfertigen. Wenn der Gott, den wir verehren, es will, kann er uns ganz bestimmt retten. Sowohl aus dem brennenden Feuerofen als auch aus deiner Hand, o König, wird er uns dann retten. Aber selbst, wenn er es anders beschlossen hat, sollst du, o König, es mit Sicherheit wissen: Wir werden deine Götter niemals verehren und die goldene Statue, die du hast aufstellen lassen, niemals anbeten.“

Da geriet Nebukadnezar in einen solchen Zorn über Schadrach, Meschach und Abed-Nego, dass sich sein Gesicht vor Wut verzerrte. Er gab sofort den Befehl, den Ofen siebenmal heißer als gewöhnlich anzuheizen. Dann beauftragte er einige der kräftigsten Männer seines Heeres, Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu fesseln und in den glühenden Ofen zu werfen.

Plötzlich sprang Nebukadnezar erschrocken auf und fragte seine Ratgeber: „Haben wir nicht eben drei Männer gefesselt ins Feuer werfen lassen?“ – „Ja, natürlich, o König“, antworteten sie. „Aber seht doch!“, rief Nebukadnezar. „Dort sehe ich vier Männer, ungefesselt, die im Feuer umhergehen. Und sie sind völlig unversehrt! Und der Vierte sieht aus wie ein göttliches Wesen!“ Daraufhin trat Nebukadnezar an die Öffnung des brennenden Feuerofens und rief hinein: „Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ihr Diener des höchsten Gottes, tretet aus dem Ofen heraus und kommt zu mir!“ Da kamen Schadrach, Meschach und Abed-Nego aus dem Feuer heraus.

Nebukadnezar hat der Traum möglicherweise noch in andere Richtung inspiriert: So eine überlebensgroße Statue hat schon was. Könige und andere oberste Herrscher verstanden es stets gut zu feiern – vor allem sich selbst. Allerdings musste ein bisschen nachgeholfen werden, falls einer das nicht freiwillig tat. Wer das nicht wollte, wurde (zumindest in Babylon) kurzerhand verheizt. Jede Zeit hat ihre eigenen Hinrichtungsmethoden.

Wir wissen schon, dass Daniel und seine Freunde nicht unbedingt auf einer Linie mit solchen Erlassen sein konnten. Also waren sie sicherlich potenzielle Kandidaten für den Ofen. Und wie das so ist, gibt es auch in solchen Systemen immer Denunzianten, die in diesem Fall die drei Freunde Daniels anschwärzten. Da half es gar nichts, dass sie sich am Hof verdient gemacht hatten.

Nebukadnezar hat nämlich angesichts der Renitenz der drei Freunde die Faxen dicke und lässt den Ofen auf volle Temperatur fahren. Der Ofen muss dabei recht groß gewesen sein, so dass drei ausgewachsene Männer hineinpassten. Doch da geschieht ein ganz bemerkenswertes Wunder: Im Ofen ist einer mehr, als sie hineingesteckt haben – ein Mann Gottes. Das schockt sogar den König, und sofort lässt er die Prozedur abbrechen. Beeindruckt schwört er, fortan allen zu verbieten, sich abfällig über den Gott der Israeliten zu äußern. Das Kapitel endet sogar mit einem Loblied des Königs auf Gott.

Hier stellt sich Gott sichtbar zu seinen treuen Zeugen. In der Weltgeschichte haben natürlich schon viele andere unter vergleichbaren Umständen den Tod gefunden. Aber auch in dieser Situation waren sie nicht von Gott verlassen.