Esra 4
Die Feinde Judas und Benjamins hatten gehört, dass die Verbannten dem HERRN, dem Gott Israels, einen Tempel errichteten. Sie kamen zu Serubbabel und den übrigen Oberhäuptern der Familien und sagten zu ihnen: „Wir möchten mit euch bauen, denn wie ihr halten auch wir uns zu eurem Gott. Wir haben ihm geopfert, seit Asarhaddon, der assyrische König, uns hierher gebracht hat.“ Doch Serubbabel, Jeschua und die übrigen Oberhäupter der Familien Israels sprachen: „Es steht euch nicht zu, mit uns das Haus unseres Gottes zu bauen. Wir allein werden das Haus für den HERRN, den Gott Israels, bauen, wie König Kyrus von Persien es uns aufgetragen hat.“ … Am dritten Tag des Monats Adar im sechsten Jahr der Herrschaft von König Darius wurde dieses Haus vollendet.
„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“, sagte schon Schiller. Und dabei ist der Nachbar in diesem Fall sogar gekommen und hat seine Hilfe angeboten. Diese wird aber recht schroff abgelehnt.
Ist diese Haltung der Israeliten nicht ziemlich hart? Sie sollten doch froh sein, dass man ihnen hilft; immerhin beteten diese Leute ja auch zu Jahwe. Dies wäre aber ziemlich problematisch geworden. Die derzeitigen Einwohner des Landes sind nämlich Nachkommen der Leute, die die Assyrer nach der Eroberung des Nordreiches dort angesiedelt hatten. Es handelt sich inzwischen um eine ethnische Mischbevölkerung, da sie sich mit den verbliebenen Israeliten verheiratet hatten. Im Neuen Testament werden sie Samariter genannt. Sie haben Jahwe und andere Götter angebetet, waren also Synkretisten, wie man solche Art Religionsvermischung nennt.
Hätten die Israeliten hier nicht Nein gesagt, wäre die Religionsvermischung auch in den israelitischen Gottesdienst eingedrungen. Manchmal fordert der Glaube Kompromisslosigkeit.
Seit diesem Ereignis besteht die Feindschaft zwischen Israeliten und Samaritern. Die Samariter versuchten immer wieder, den Tempelbau zu hintertreiben, schwärzten die Israeliten gar bei den Persern an, aber letztlich ohne Erfolg. Gott ist zum Ziel gekommen, und der Tempel konnte eingeweiht werden.
