Tag 237

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Matthäus 2

Jesus wurde in der Stadt Bethlehem in Judäa während der Herrschaft von König Herodes geboren. In dieser Zeit kamen einige Sterndeuter aus einem Land im Osten nach Jerusalem und fragten überall: „Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihn anzubeten.“ Ihre Frage versetzte Herodes in große Unruhe, und alle Einwohner Jerusalems mit ihm. Er berief eine Versammlung der obersten Priester und Schriftgelehrten ein. „Wo soll denn der Christus nach Aussage der Propheten zur Welt kommen?“, fragte er sie. „In Bethlehem“, sagten sie, „denn der Prophet hat geschrieben: ,O Bethlehem in Judäa, du bist alles andere als ein unbedeutendes Dorf, denn ein Herrscher wird aus dir hervorgehen, der wie ein Hirte mein Volk Israel führen wird.‘“ Daraufhin sandte Herodes eine geheime Botschaft an die Sterndeuter und bat sie zu sich. Bei dieser Zusammenkunft erfuhr er den genauen Zeitpunkt, an dem sie den Stern zum ersten Mal gesehen hatten. Er sagte zu ihnen: „Geht nach Bethlehem und sucht das Kind. Wenn ihr es gefunden habt, kommt wieder her und erzählt es mir, damit ich auch hingehen kann, um es anzubeten!“ Nach diesem Gespräch machten die Sterndeuter sich auf den Weg. Wieder erschien ihnen der Stern und führte sie nach Bethlehem. Er zog ihnen voran und blieb über dem Ort stehen, wo das Kind war. Als sie den Stern sahen, war ihre Freude groß. Sie gingen in das Haus und fanden das Kind mit seiner Mutter Maria, sanken vor ihm auf die Knie und beteten es an. Dann öffneten sie ihre Truhen mit Kostbarkeiten und beschenkten es mit Gold, Weihrauch und Myrrhe. Als es Zeit war, wieder aufzubrechen, zogen sie jedoch auf einem anderen Weg in ihre Heimat zurück, denn Gott hatte sie in einem Traum davor gewarnt, zu Herodes zurückzukehren.

„Stell dir vor, der König der Juden wird geboren, und keiner merkt’s.“ Das stimmt zwar nicht ganz, aber zumindest die potenziellen Untertanen nehmen das Ganze zunächst überhaupt nicht zur Kenntnis. Es ist geradezu ein Witz, dass es heidnische Astronomen waren, die mit als Erste die Bedeutung dieses Ereignisses bemerkt haben. Man könnte sie auch Astrologen nennen, damals war das noch dasselbe: Wer Sterne beobachtete, interpretierte daraus auch Botschaften für das Schicksal. Jedenfalls beobachteten sie, wie wir heute wissen, eine seltene Planetenkonstellation, die eine außergewöhnliche Himmelserscheinung hervorbrachte.

Als die Sterndeuter dann den weltlichen König Herodes über diesen Sachverhalt informieren, ist der schwer beeindruckt, um nicht zu sagen: in heller Aufregung. Einem König zu sagen: „Wir haben gehört, dein Nachfolger ist geboren worden“, ließe wohl keinen König kalt. Zudem in diesem Fall dessen Berater auch noch aus den heiligen Schriften wissen, dass der Messias in Bethlehem geboren werden wird.

Erst die Hirten, dann die Heiden – auch das ist schon ein Vorzeichen auf die Gesellschaft, mit der sich Jesus umgeben und an die er sich wenden wird, weil sein eigenes Volk erkenntnismäßig auf der Leitung steht.