Psalm 51
Ein Psalm Davids aus der Zeit, als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem David mit Batseba Ehebruch begangen hatte.
Gott, sei mir gnädig um deiner Gnade willen
und vergib mir meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.
Wasche mich rein von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde.
Denn ich bekenne meine Sünde,
die mich Tag und Nacht verfolgt.
Gegen dich allein habe ich gesündigt
und getan, was in deinen Augen böse ist.
Darum wirst du Recht behalten mit dem, was du sagst, und dein Urteil über mich ist gerecht.
Denn ich war ein Sünder –
von dem Augenblick an, da meine Mutter mich empfing. Dir gefällt ein Herz, das wahrhaftig ist;
und im Verborgenen lehrst du mich deine Weisheit. Wasche von mir ab meine Sünden, und ich werde ganz rein werden;
wasche mich, und ich werde weißer sein als Schnee. … Gott, erschaffe in mir ein reines Herz
und gib mir einen neuen, aufrichtigen Geist.
Verstoße mich nicht aus deiner Gegenwart
und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.
Lass mich durch deine Hilfe wieder Freude erfahren und mach mich bereit, dir zu gehorchen.
Dann will ich die Gottlosen deine Wege lehren,
damit die Sünder zu dir zurückkehren.
Für die Dichtkunst wie für den Glauben gilt: Aus den tiefsten Krisen erwachsen die besten Resultate. Wahrscheinlich war die Angelegenheit mit Batseba die beschämendste Sache, die König David je passiert ist. Mindestens erscheint es uns heute so.
Die Art und Weise, wie David nun mit seinem Gott umgeht, kann geradezu vorbildhaft für eine echte Umkehr zu Gott angesehen werden. Sicherlich sind die Verse 12-14 der Höhepunkt. Wer selbst den Schmutz der eigenen Sünde erlebt hat, kann ermessen, wie es ist, zu Gott zu flehen, dass er uns die Sünde vergibt. Aber es geht noch darüber hinaus: David bittet um ein reines Herz und einen neuen Geist. Umkehr zu Gott ist nicht bloß ein Bruch mit der alten Schuld. Umkehr hat etwas mit einer echten Erneuerung zu tun. Es geht hier um eine wirkliche Persönlichkeitsveränderung, nicht nur darum, bestimmte Dinge nicht mehr zu tun.
Wer die Tiefen seiner eigenen Persönlichkeit schon einmal leidvoll hat miterleben müssen, wird feststellen, dass Veränderung nicht einfach ist. Oft können wir uns noch so sehr mit guten Absichten anstrengen: Wir schaffen es nicht, uns zu verändern. Und irgendwann sind wir an dem Punkt, dass wir kapitulieren und vor Gott auch zugeben, dass wir es nicht schaffen. An diesem Punkt kann dann aber Gott an uns handeln: Er kann uns wirklich einen neuen Geist schenken, so dass wir die Welt mit neuen Augen betrachten können. All das gibt es aber nicht einfach so, sondern Gott will uns dies im Gebet, im Gespräch mit ihm, und durch sein Wort offenbaren.
