2. Mose 24
Dann schrieb Mose alle Worte des HERRN auf. Früh am nächsten Morgen errichtete er einen Altar am Fuß des Berges. Rund um den Altar stellte er zwölf Steinsäulen auf, für jeden Stamm Israels eine. Dann gab er einigen jungen Israeliten den Auftrag, dem HERRN Brandopfer darzubringen und junge Stiere als Friedensopfer zu schlachten. Mose nahm die eine Hälfte des Blutes und goss es in einige Becken. Mit der anderen Hälfte besprengte er den Altar. Dann nahm er das Buch des Bundes und las es dem Volk vor. Wieder erklärten sie: „Alles, was der HERR befohlen hat, wollen wir tun. Wir wollen seinen Geboten gehorchen.“ Mose besprengte das Volk mit dem Blut aus den Becken und sagte: „Dieses Blut besiegelt den Bund, den der HERR mit euch geschlossen hat, indem er euch diese Gesetze gab.“
Der Sinaibund ist nach dem Noahund dem Abrahamsbund der dritte Bundesschluss, von dem die Bibel berichtet. Israel verpflichtet sich auf das Gesetz Gottes. Dies wird wiederum in einem Ritual (ein blutiges Opfer und ein gemeinsames Essen) bekräftigt. Es kam auch wieder zu bemerkenswerten Naturerscheinungen, und zum Schluss gab es eine persönliche Audienz Gottes für Mose. Gott gab Mose steinerne Tafeln, auf denen die Gebote aufgeschrieben waren.
Wenn man vom Alten Testament, vom Alten Bund spricht, ist dieser Bundesschluss gemeint: Gott erklärt Israel zu seinem Eigentum, die Israeliten verpflichten sich auf das Gesetz. Dieser Bund ist von Seiten der Menschen später mehrfach gebrochen und auch wieder erneuert und bekräftigt worden. Allerdings hielt keine Erneuerung dauerhaft vor. Die Propheten (siehe zum Beispiel Jesaja 24,5 oder Jeremia 31,32) gingen später sogar davon aus, dass der Bund praktisch durch die Menschen verwirkt war. Und doch verheißen sie gleichzeitig eine Erneuerung des Bundes, aber eben von Seiten Gottes. Dies ist mit dem Neuen Bund durch Jesus Christus dann tatsächlich in Kraft gesetzt worden.
