4. Mose 12
Dort übten Mirjam und Aaron Kritik an Mose wegen der kuschitischen Frau, die er geheiratet hatte. Er hatte sich nämlich eine kuschitische Frau genommen. Sie fragten: „Hat der HERR wirklich nur durch Mose geredet? Hat er es denn nicht auch durch uns getan?“ Und der HERR hörte es. Mose war sehr demütig, es gab niemanden auf der Erde, der demütiger war als er. Und der HERR befahl Mose, Aaron und Mirjam: „Geht hinaus zum Zelt Gottes.“ Und sie gingen alle drei hinaus. Dann kam der HERR in der Wolkensäule herab und stellte sich in den Eingang des Zeltes Gottes. Er rief Aaron und Mirjam zu sich und die beiden traten vor. Der HERR sprach zu ihnen: „Hört, was ich euch jetzt sage: Wenn unter euch ein Prophet des HERRN ist, gebe ich mich ihm durch Visionen zu erkennen und rede mit ihm durch Träume. Bei meinem Diener Mose ist es aber anders; er hat sich in meinem ganzen Haus als treu erwiesen. Mit ihm spreche ich persönlich, direkt und nicht in Rätseln! Er sieht den HERRN in seiner Gestalt. Aber warum habt ihr euch dann nicht gescheut, so mit meinem Diener Mose zu sprechen?“
Im Volk Israel kommt es zu einer Führungskrise, da innerfamiliär Schmutzwäsche gewaschen wird. Mose hatte eine Frau aus einem anderen Volk, eine Kuschiterin, geheiratet. Gemeint ist wahrscheinlich seine Frau Zippora, die an anderer Stelle als Midianiterin bezeichnet wird (allerdings waren diese Volksgruppen wohl ohnehin verwandt). Nun war das zwar keine neue Entwicklung, sondern kalter Kaffee; aber auch heute werden in der Politik die Skandale zum günstigen Zeitpunkt ins Licht der Öffentlichkeit gesetzt. Plötzlich stellt sich scheinbar die Frage nach der Kompetenz des Mose. Und Mirjam vergisst nicht zu erwähnen, dass auch sie ihren Anteil am bisherigen Erfolg der Aktion hatte (dem schloss sich auch Aaron an, den wir schon aus dem Zusammenhang mit dem Goldenen Kalb als wenig ichstark kennen).
Was nun kommt, ist ein Rüffel Gottes. Er nimmt sich die beiden vor und rückt die Verhältnisse zurecht. Mose ist der absolut privilegierte Diener Gottes. Zur Strafe wird Mirjam aussätzig. Beide Brüder flehen zu Gott, dass er das rückgängig macht. Gott sagt, sie müsse sich ja auch schämen, wenn ihr ihr Vater ins Gesicht gespuckt hätte (wie viel mehr dann bei einer Zurechtweisung Gottes). Allerdings wird der Aussatz dann auf sieben Tage begrenzt.
