Tag 66

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4. Mose 1

Am ersten Tag des zweiten Monats, im zweiten Jahr nach dem Auszug Israels aus Ägypten, sprach der HERR in der Wüste Sinai im Zelt Gottes zu Mose. Er sprach: „Zähl zusammen mit Aaron die ganze Gemeinschaft der Israeliten nach ihren Sippen und Familien. Zählt alle Männer, die 20 Jahre und älter sind, und mustert alle wehrfähigen Israeliten. Dabei soll euch je ein Stammesfürst aus jedem Stamm behilflich sein.“ Die Gesamtzahl der Gemusterten betrug 603.550.

Das vierte Buch Mose ist etwas für Mathematikfreunde. Lateinisch heißt es Numeri, das heißt: Zahlen, und um die geht es zunächst. In den ersten Kapiteln dieses Buches scheint nichts Wesentliches zu geschehen, außer dass das Volk Israel nach allen Regeln der Kunst durchgezählt wird; das wiederholt sich noch einmal gegen Ende des Buches. In unserem Text ist nur die Gesamtsumme genannt – und nicht die für heutige Leser ermüdenden Zwischenergebnisse. Gezählt wurden nur die wehrfähigen Männer. Wenn man sich die nicht wehrfähigen Männer, Frauen und Kinder aber hinzudenkt, kommt man auf eine sehr hohe Zahl – schätzungsweise zwei bis drei Millionen.

Es ist viel gerätselt worden, ob das wirklich so gewesen sein könnte oder ob die Zahlen eher symbolisch gemeint sind, als erzähltechnische Ausschmückungen dienen oder anders zu deuten sein könnten. Keine vorgeschlagene Lösung beseitigt dabei wirklich alle gedanklichen Probleme. Auch bei der Annahme der hohen Zahl stellt sich die Frage, was mit den Nachbarvölkern ist (denn laut Aussage Gottes war Israel das kleinste unter den Völkern – 5. Mose 7,7). Allerdings waren auf dem Kölner Weltjugendtag auch eine Million Menschen unter einem logistischen Dach. Von daher erscheint die hohe Zahl nicht ganz so unvorstellbar. Aber wie gesagt: Wir können die Probleme mit dem heutigen Wissensstand nicht intellektuell befriedigend lösen.