Tag 69

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4. Mose 14 in Auszügen

Da schrieen alle Israeliten laut auf und weinten die ganze Nacht hindurch. … Und sie sagten zueinander: „Lasst uns einen Anführer wählen und nach Ägypten zurückkehren.“
Da warfen sich Mose und Aaron vor der versammelten israelitischen Gemeinschaft zu Boden. Zwei der Spione – Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jefunnes – zerrissen ihre Kleider und sagten zu den Israeliten: „Das Land, das wir durchwandert und ausgekundschaftet haben, ist sehr gut. Und wenn der HERR uns gut gesinnt ist, wird er uns in dieses Land bringen und es uns geben: Es ist ein Land, in dem Milch und Honig überfließen. Aber lehnt euch nicht gegen den HERRN auf und habt keine Angst vor den Bewohnern des Landes. Sie werden eine leichte Beute für uns sein! Sie haben keinen Schutz, aber mit uns ist der HERR! Habt also keine Angst vor ihnen!“

Die ganze Gemeinschaft wollte Josua und Kaleb steinigen. Doch da erschien allen Israeliten die Herrlichkeit des HERRN am Zelt Gottes. Und der HERR sprach zu Mose: „Wie lange wird mich dieses Volk noch verachten? Wie lange noch wollen sie mir nicht vertrauen trotz all der Wunder, die ich unter ihnen getan habe? Ich will sie verstoßen und durch eine Seuche umkommen lassen! Dich aber will ich zu einem Volk machen, das größer und mächtiger ist als sie.“

„Aber die Ägypter werden davon hören“, gab Mose dem HERRN zu bedenken. „Durch deine Macht hast du dieses Volk aus ihrer Mitte befreit. Vergib diesem Volk doch seine Sünden aus deiner beständigen Liebe heraus, so wie du ihm immer und immer wieder vergeben hast, seit es Ägypten verließ.“ Da antwortete ihm der HERR: „Ich werde ihnen vergeben, wie du gebeten hast. Aber so wahr ich lebe und so wahr die Erde erfüllt wird von meiner Herrlichkeit, soll keiner dieser Menschen das Land, das ich ihren Vorfahren mit einem Eid versprochen habe, jemals sehen. … Nur Kaleb, der Sohn Jefunnes, und Josua, der Sohn Nuns, sollen davon ausgenommen sein. Weil die Männer 40 Tage das Land erkundet haben, sollt ihr 40 Jahre lang die Folgen eurer Sünde tragen: ein Jahr für jeden Tag. Ihr sollt erfahren, wie es ist, mich zum Feind zu haben. Ich, der HERR, habe gesprochen! Jedem dieser bösen Menschen, die sich in der Wüste gegen mich aufgelehnt haben, werde ich dies antun. Jeder von ihnen wird hier umkommen!“

Offenbar fasziniert die Negativstimmung der zehn Kundschafter so, dass das Volk einen kollektiven Selbstmitleids-Anfall bekommt. Auch Depressionen können demagogisch wirken und ein Volk verführen. Es kommt sogar zu rebellischen Anwandlungen. Nach all den Erlebnissen und das Land vor Augen wollen doch einige tatsächlich zurück nach Ägypten. Als Josua und Kaleb dann die Eigenschaften des Landes noch einmal preisen und an den Glaubensmut der Israeliten appellieren, empfinden das die Negativpäpste als so unverschämt, dass sie die beiden töten wollen.

Dem HERRN wird es nun zu bunt. Und wieder einmal ist es Mose, der die schlimmstmögliche Strafe vom Volk abwendet. Allerdings wird das Volk dennoch (wie die Biathleten bei ihren Strafrunden) für diesen Fehlschuss 40 Jahre lang durch die Wüste streifen müssen. Die Tür in das Land ist erst einmal zu. Und alle wehrfähigen Männer – außer Josua und Kaleb – werden in diesen 40 Jahren sterben und nicht in das Land hineingehen.

Denken wir kurz an Josua und Kaleb: Zwar haben sie jetzt die Zusage, dass sie das Land betreten werden, aber auch sie müssen mitmarschieren, obwohl sie im Vertrauen auf Gott viel weiter waren als die anderen Israeliten. Es war sicher nicht leicht für sie, das zu akzeptieren. Und auch uns kann es blühen, dass wir den Weg unserer Glaubensgeschwister mitgehen müssen, wenn diese im Blick auf den Willen Gottes schwer von Begriff sind.