Tag 127

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2. Samuel 7

Als der König in seinem Palast wohnte und der HERR dem Land Frieden geschenkt hatte, ließ der König den Propheten Nathan rufen. „Sieh doch“, sagte er, „ich lebe hier in diesem herrlichen Palast aus Zedern und die Lade Gottes steht in einem Zelt.“ Nathan antwortete: „Fang an und verwirkliche, was du vorhast, denn der HERR ist mit dir!“ Doch noch in derselben Nacht sprach der HERR zu Nathan: „Geh zu meinem Diener David und sag ihm: ,So spricht der HERR: Glaubst du, dass du mir ein Haus bauen sollst, in dem ich wohne? Seit dem Tag, an dem ich die Israeliten aus Ägypten herausgeführt habe, habe ich noch nie in einem Tempel gewohnt. Bis heute ist meine Wohnung immer ein Zelt gewesen, mit dem ich umhergezogen bin. Und ich habe mich nie bei den führenden Männern Israels, den Hirten meines Volkes Israel, darüber beklagt. Ich habe sie nie gefragt: Warum habt ihr mir kein Haus aus Zedern gebaut?‘“ …

„Und nun kündet der HERR dir an, dass er dir ein Haus bauen wird. ,Denn wenn du stirbst, werde ich einen deiner Nachkommen als deinen Nachfolger einsetzen und werde sein Königtum festigen. Er wird dann für mich, für meinen Namen, ein Haus bauen. Und ich werde seiner Herrschaft für immer Bestand geben. Ich will sein Vater sein und er soll mein Sohn sein. Wenn er sündigt, werde ich ihn durch andere Völker strafen. Aber meine Gnade will ich ihm nie entziehen, wie ich sie Saul entzogen habe, dem ich zu deinen Gunsten die Herrschaft weggenommen habe. Dein Haus und deine Königsherrschaft werden für alle Zeit vor mir bestehen bleiben und dein Thron wird für immer feststehen.‘“ Nathan berichtete David alles, was der HERR ihm gesagt hatte.

Die Gedanken Davids sind von bestechender logischer Konsequenz. Er wohnt im tollen Palast, und die Lade Gottes ist demgegenüber anscheinend nur behelfsmäßig untergebracht. Darum konsultiert er seinen Ratgeber, den Propheten Nathan. Zunächst erscheint diesem der Gedanke genauso vernünftig, und er ermutigt David, für eine bessere Behausung zu sorgen. Ein kluger, gottesfürchtiger Ratgeber.

Der Unterschied zwischen einem klugen, gottesfürchtigen Ratgeber und einem Propheten wird durch das markiert, was in der folgenden Nacht passiert: Da redet nämlich Gott zu Nathan, und zwar durchaus Überraschendes. Der HERR hat nämlich eine etwas andere Logik. Er hat sich als Gott erwiesen, der immer dabei war, der immer im Zelt mitgezogen ist und sich nie bei den Israeliten beklagt hatte, dass sie ihm keine bessere Bleibe verschafft haben. Dabei möchte er es auch vorerst bewenden lassen. Und dann kommt eine der größten Verheißungen der Bibel: Gott wird David ein Haus bauen. Gemeint ist hier, dass das Königtum zukünftig in der Nachkommenschaft Davids verankert sein soll (letztendlich bis zu Jesus Christus). Ein veritables Haus für den HERRN soll auch gebaut werden, aber das soll dann Davids Sohn besorgen.

Wir machen uns viele Gedanken. Auch viele gute Gedanken. Auch fromme, christliche Gedanken. Gegen die ist nur dann nichts einzuwenden, wenn Gott nicht noch andere Gedanken zu unseren Anliegen hat. Bitten wir darum, dass er sie uns mitteilt, wenn wir sie hören müssen.