Tag 137

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1. Könige 12

Sie sagten: „Dein Vater war ein sehr strenger Herrscher. Von dir hoffen wir, dass du unseren Dienst erleichterst und das schwere Joch, das dein Vater uns auferlegt hat. Dann werden wir dir treu dienen.“ Rehabeam antwortete: „Geht für drei Tage fort. Dann kommt wieder her zu mir.“ Damit zog das Volk ab. König Rehabeam besprach sich mit den erfahrenen Beratern, die schon seinem Vater Salomo zur Seite gestanden hatten, als er noch lebte. „Was ratet ihr mir?“, fragte er. „Was soll ich dem Volk antworten?“ Sie meinten: „Wenn du dich dem Volk gegenüber heute freundlich zeigst, ihnen dienst und ihnen gibst, worum sie dich bitten, werden sie dir treue Untertanen sein.“ Doch Rehabeam verwarf den Rat der erfahrenen Berater und holte stattdessen die Meinung der jungen Männer ein, die mit ihm zusammen aufgewachsen waren und ihm jetzt dienten. „Was ratet ihr mir?“, fragte er sie. „Was soll ich dem Volk antworten, das von mir verlangt hat: ,Erleichtere uns das Joch, das dein Vater uns auferlegt hat.‘“ Die jungen Männer, die mit ihm aufgewachsen waren, antworteten: „Du solltest den Leuten, die sich über die harten Lasten deines Vaters beklagt haben, antworten: ,Mein kleiner Finger ist dicker als die Taille meines Vaters. Mein Vater hat euch schwere Lasten auferlegt, doch ich werde noch viel mehr von euch verlangen. Mein Vater hat euch mit der Peitsche gestraft, ich werde eine Peitsche mit Stacheln verwenden!‘“ … Als die Israeliten erkannten, dass der König ihre Bitte ablehnte, riefen sie: „Was haben wir mit David zu schaffen? Dieser Sohn Isais geht uns nichts an! Lass uns heimziehen, Israel! Sorge selbst für dein Haus, David!“ Und sie kehrten nach Hause zurück.

Diese Story liefert ein gutes Beispiel für jugendlichen Leichtsinn oder einen Leitfaden, wie man einen Elfmeter auf besonders arrogante Weise verschießen kann.

Zunächst fängt alles eigentlich ganz normal an. Trotz der finsteren Prophezeiung Ahijas will ganz Israel Salomos Sohn Rehabeam zum König krönen. Doch da kommt plötzlich Jerobeam aus dem Exil zurück und mahnt Sozialreformen an. (Schlimm genug, dass man lesen muss, dass der weise König Salomo auf seine alten Tage noch zum Leuteschinder geworden ist.) Rehabeam ist unsicher und konsultiert zunächst die grauen Eminenzen des Staates, die dringend zur Verbesserung der sozialen Lage raten. Ach, hätte Rehabeam doch auf sie gehört! Offenbar hat ihm aber der Rat seiner Clique besser gefallen: Er wollte Salomo in Sachen Trietzerei noch toppen.

Eine selten dämliche Entscheidung. Das ganze Volk sagt dann: „Gut, dann eben nicht“, lässt Rehabeam kurzerhand stehen und krönt Jerobeam zum König. Nur der Stamm Juda bleibt – wie vorausgesagt – bei Rehabeam.

Narzisstische Leute hören gerne auf die falschen Ratgeber. Und Rehabeam sind seine Machtfantasien eindeutig zu Kopf gestiegen. An dieser Stelle ist die Zivilcourage der Israeliten beachtlich. Doch nicht in allen Lebenslagen kann man selbstverliebten Einfaltspinseln so Paroli bieten.