Tag 143

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1. Könige 19

Da bekam Elia Angst und floh um sein Leben. Er ging nach Beerscheba in Juda; dort ließ er seinen Diener zurück. Er aber ging allein eine Tagesstrecke weit in die Wüste. Schließlich sank er unter einem Ginsterstrauch nieder, der dort stand, und wollte nur noch sterben. „Ich habe genug, HERR“, sagte er. „Nimm mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Vorfahren.“ Dann legte er sich hin und schlief unter dem Strauch ein. Doch plötzlich berührte ihn ein Engel und sagte zu ihm: „Steh auf und iss!“ Er blickte um sich und sah ein Stück auf heißen Steinen gebackenes Brot und einen Krug Wasser bei seinem Kopf stehen. Also aß und trank er und legte sich wieder hin. Da kam der Engel des HERRN ein zweites Mal, berührte ihn und sagte: „Steh auf und iss, denn vor dir liegt eine lange Reise!“ Er erhob sich, aß und trank, und das Essen gab ihm genug Kraft, um 40 Tage und Nächte bis zum Berg Gottes, dem Horeb, zu wandern. Dort fand er eine Höhle, in der er die Nacht verbrachte.

Nach dem Triumph am Karmel berichtete Ahab (ein offensichtlich ichschwacher Pantoffelheld) alles seiner Frau Isebel. Letztere war ausnahmsweise nicht beeindruckt, sondern schwor Elia Rache. Jetzt könnte man meinen, Elia hätte genügend Selbstbewusstsein getankt und Rückenstärkung von Jahwe erhalten, um solchen Drohungen gelassen ins Auge sehen zu können. Doch nichts davon.

Elia kriegt die Panik, flieht und legt sich mit intensivem Todeswunsch unter einem Strauch nieder. Ein Wunsch, der ihm vom HERRN nicht gewährt wird. Da kommen zwei Engel: der eine mit Proviant, der andere mit einem Klaps auf die Schulter. Nun hat Elia genug Kraft getankt.

Zwei Dinge fallen auf: Wer auf dem Gipfel steht, ist gefährdeter, tief zu fallen. Und auch wer Highlights des Glaubens erlebt hat, ist nicht davor gefeit, anderntags voll durchzuhängen. Tröstlich, dass es auch Propheten so erging.

Zweitens: Eigentlich stellen wir uns ja meist vor, dass in so einer Situation jemand intensiv betet und Gott ihm nach langem Beten Kraft schenkt. Elia sagt nur: „Herr, ich kann nicht mehr, ich will sterben.“ Aber auch das ist ein Gebet! Gott hört nicht nur unsere formvollendeten Worte, sondern auch unsere Seufzer – und nimmt sie sehr ernst.