Tag 160

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Psalm 19

Der Himmel verkündet die Herrlichkeit Gottes und das Firmament bezeugt seine wunderbaren Werke. Ein Tag erzählt es dem anderen, und eine Nacht teilt es der anderen mit.
Ohne Sprache und ohne Worte, lautlos ist ihre Stimme, doch ihre Botschaft breitet sich aus über die ganze Erde und ihre Worte über die ganze Welt.
Die Sonne wohnt am Himmel, wo Gott sie hingestellt hat. Sie tritt hervor wie ein strahlender Bräutigam nach der Hochzeit.
Sie freut sich wie ein Held, bereit für den Lauf. Sie geht an einem Ende des Himmels auf
und zieht ihre Bahn bis ans andere Ende. …
Die Gesetze des Herrn sind Wahrheit,
jedes einzelne ist gerecht.
Sie sind wertvoller als das feinste Gold
und süßer als der beste Honig.
Sie sind eine Mahnung an jeden,
der sie hört,
und wer ihnen gehorcht, den erwartet eine reiche Belohnung.

Wie kann ich alle meine Sünden erkennen, die ich begehe? Vergib mir diese verborgene Schuld!

„Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit Bewunderung und Ehrfurcht“, meinte einst der Philosoph Immanuel Kant, „der gestirnte Himmel über uns und das moralische Gesetz in uns.“ So ganz weit weg von der Bibel war Kant hier nicht, denn auch David staunt über den gestirnten Himmel über ihm. Das Gesetz, das er allerdings besingt, ist ein Gesetz außerhalb von ihm, nämlich das Gesetz Jahwes.

Was den Himmel angeht: Alle Naturerscheinungen sind stumme Zeugen für einen Schöpfergott, und da diese allgemein wahrnehmbar sind, so Paulus später im Römerbrief, haben wir auch keinen Grund, uns zu entschuldigen, dass wir das nicht gewusst haben.

Was das Gesetz angeht: Sicher, das Gesetz Gottes taucht irgendwo auch in den moralischen Werten der Menschen auf, aber eben nur gebrochen. Dass unsere moralischen Gesetze perfekt seien, behauptet keiner. Dass das Gesetz des HERRN aber Mängel hat, ist unvorstellbar.

Uns befremdet die Freude am Gesetz (der Begriff ist ja so finster bei uns besetzt), aber für die Israeliten war es die große Lebensquelle. Denn im Gesetz hat Jahwe mit ihnen gesprochen und einen Schutzraum zum Leben gegeben. Wenn sie nach den Gesetzen lebten, dann durften sie darauf vertrauen, dass Gott sie segnet und vor den Abgründen des Lebens beschützt, wie eine Leitplanke im Gebirge ein Auto vor dem Absturz bewahrt.