Tag 162

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Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte, ich habe alles, was ich brauche.
Er lässt mich in grünen Tälern ausruhen, er führt mich zum frischen Wasser.
Er gibt mir Kraft.
Er zeigt mir den richtigen Weg
um seines Namens willen.
Auch wenn ich durch das dunkle Tal des Todes gehe,
fürchte ich mich nicht, denn du bist an meiner Seite.
Dein Stecken und Stab schützen und trösten mich.
Du deckst mir einen Tisch vor den Augen meiner Feinde.
Du nimmst mich als Gast auf und salbst mein Haupt mit Öl. Du überschüttest mich mit Segen.
Deine Güte und Gnade begleiten mich alle Tage meines Lebens,
und ich werde für immer im Hause des Herrn wohnen.

Wenn die Bibel einen Evergreen enthält, dann finden wir ihn hier. Es ist ein extrem anrührendes Bild, aber das Bild vom Hirten ist nicht gar so idyllisch, wie wir es uns heute vorstellen. Man denkt an Schäferromantik, sieht einsame Hirten in stoischer Ruhe vor sich, die ihre nett anzuschauende Viehherde auf einer grünen Wiese beobachten. Man denkt nicht unbedingt an Raubtiere, an unfruchtbares Gelände oder an Wassermangel.

Und doch sind es auch, wenn nicht gar vor allem, diese unwirtlichen Aspekte, die David vor Augen hat, wenn er den HERRN als Hirten beschreibt. Klar: Es gibt auch grüne Täler und Wasser, aber es gibt eben auch die andere Seite des Lebens: das Tal des Todes, in dem Gott beschützte, und die Feinde, vor deren Augen sich Gott als schützender Gastgeber erweist. Es ist eigentlich die stärkste Glaubensaussage, wenn man sich in größter anzunehmender Bedrängnis in Gott geborgen fühlen kann.