Tag 166

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Psalm 34

Ein Psalm Davids aus der Zeit, als er sich vor Abimelech wahnsinnig stellte und dieser ihn wegschickte.

Ich will den Herrn allezeit loben
und nie aufhören, ihm zu danken.
Allein den Herrn will ich loben;
die Mutlosen sollen es hören und sich freuen.
Kommt, lobt mit mir die Größe des Herrn,
lasst uns gemeinsam seinen Namen ehren!
Ich betete zum Herrn, und er antwortete mir
und befreite mich von allen meinen Ängsten.
Die von ihm Hilfe erhoffen, werden vor Freude strahlen, und sie werden nicht vor Scham erröten.

Es schrie einer zum Herrn in seinem Leid, und er hörte ihn und rettete ihn aus allen seinen Ängsten.
Denn der Engel des Herrn beschützt die, die ihm gehorchen, und rettet sie.

Schmecke und sieh, dass der Herr gut ist. Freuen darf sich, wer auf ihn vertraut!

Irgendwie weiß man nicht, wie der Psalm zusammenpasst mit der Angabe über die Umstände seiner Entstehung. Es ist kaum zu fassen, dass aus so einer verkorksten Situation solche Verse gedichtet werden. In der Übersetzung der über Jahrhunderte populären Lutherbibel quillt dieser Psalm von bekannten Versen nur so über.

Der Psalm wirkt wie ein trotziges Glaubensbekenntnis. Vielleicht ist es tatsächlich Trotz – gegenüber den Philistern wie gegenüber den Leuten aus dem eigenen Volk, die ihn verfolgten –, der diesem Psalm den Grundton verleiht. Trotz allem wird der HERR gelobt, weil er trotz allem seine Leute bewahrt und Gebet erhört.

Ein Bekenntnis des Glaubens entsteht immer aus der Bedrängnis heraus – nicht am Schreibtisch oder gar im Schaukelstuhl vor dem Kamin. Man ist angegriffen, der eigene Glaube wird attackiert, und das kann emotional zermürbend sein. Man ist in einer Bekenntnissituation nicht „gut drauf“, sondern verteidigt das, worauf es ankommt, gegen alle Widersprüche.