Psalm 32
Glücklich ist der, dessen Sünde vergeben ist und dessen Schuld zugedeckt ist.
Glücklich ist der, dem der Herr die Sünden nicht anrechnet und der ein vorbildliches Leben führt!
Als ich mich weigerte, meine Schuld zu bekennen,
war ich schwach und elend,
dass ich den ganzen Tag nur noch stöhnte und jammerte.
Tag und Nacht bedrückte mich dein Zorn,
meine Kraft vertrocknete wie Wasser in der Sommerhitze. Zwischenspiel
Doch endlich gestand ich dir meine Sünde
und gab es auf, sie zu verbergen.
Ich sagte: „Ich will dem Herrn meine Auflehnung bekennen.“
Und du hast mir vergeben und meine Schuld weggenommen!
Zwischenspiel …
Der Herr spricht zu mir: „Ich will dir den Weg zeigen, den du gehen sollst.
Ich will dir raten und dich behüten. …“
Wenn wir in Wort oder Tat schuldig werden, dann hat das Konsequenzen, und wenn wir unsere Schuld nicht zugeben möchten, wirkt sich das auf unser Seelenleben aus. Antriebslosigkeit ist viel häufiger, als man denkt, eine Folge dessen, dass man Schuld nicht bekennt. Man verwendet dann so viel Energie darauf, die Schuld vor Gott zu verstecken, dass man keine Power für die Anforderungen des Lebens hat. Natürlich schleppt nicht jeder, der in den Seilen hängt, ein Sündenpaket mit sich herum. Aber Offenheit dafür, dass die eigene Kraftlosigkeit auch von so etwas kommen könnte, sollten wir im eigenen Interesse schon haben.
Das Entscheidende ist, Gott die Sünde zu bekennen. Zunächst einmal ist nichts anderes verlangt. Es ist manchmal auch angezeigt, sich bei Menschen für etwas zu entschuldigen, sie um Vergebung zu bitten, aber das muss nicht generell so sein. Man muss etwa den anderen nicht mittels eines Schuldeingeständnisses darüber informieren, dass man böse Gedanken über ihn hatte. Das erleichtert das eigene Gewissen nicht wirklich und beschwert die Seele des anderen.
Wenn wir durch Gottes Vergebung aber von Schuld befreit sind, können wir wieder offen sein für den Weg, den der Herr mit uns gehen möchte (V. 8).
