Psalm 36
Der Gottlose ist bis tief ins Herz hinein von der Sünde bestimmt.
Vor Gott hat er keine Ehrfurcht.
In seiner Blindheit erkennt er nicht, wie schlecht er wirklich ist.
Alles, was er sagt, ist verkehrt und trügerisch.
Er handelt nicht mehr klug und tut nicht mehr das Gute. Sogar in der Nacht liegt er wach und schmiedet schlimme Pläne.
Er handelt böse und versucht nicht einmal, sich vom Bösen abzuwenden.
Herr, deine Gnade ist so weit wie der Himmel
und deine Treue reicht so weit, wie die Wolken ziehen. Deine Gerechtigkeit ist unerschütterlich wie die Berge und dein Urteil gründet tief wie das Meer.
Herr, du sorgst für Menschen und Tiere gleichermaßen. Wie kostbar ist deine Gnade, Gott!
Bei dir finden Menschen Schutz im Schatten deiner Flügel. Du beschenkst sie aus deinem Überfluss.
Du überschüttest sie mit Freude.
Denn du bist die Quelle des Lebens und das Licht, durch das wir leben.
Der Psalm endet mit einem Happy End, allerdings nur für den Psalmbeter. Für die Bösen ist das Ende, das Gott ihnen zugedacht hat, absolut unhappy. „Warum nicht gleich so?“, ist man versucht zu sagen. Warum lässt Gott immer zu, dass Gottlose uns bedrängen? Warum müssen auch Christen immer wieder unter der Gottlosigkeit der Menschen leiden?
Letztlich bleibt es in unserem Leben immer ein Kampf, in dem Gott uns zum Durchhalten aufruft. Ein billiger Glaube, ein Glaube, der nichts kostet, ist auch nichts wert. Unser Glaube ist überhaupt nur dann Glaube, wenn gegen etwas anderes, gegen die Ansichten anderer Menschen und Umstände geglaubt werden muss. Glaube, das ist nicht nur Vertrauen zu Gott, sondern immer auch Vertrauen gegen etwas. Das Andere kann unterschiedlich etikettiert werden und in unterschiedlicher Gestalt auftreten (das Böse, Satan, Schicksal, Veranlagung, Manipulation etc.), aber man weiß nur wirklich, was man glaubt, wenn man auch weiß, wogegen man glaubt. Ein solcher Glaube wird für den Glaubenden tatsächlich mit einem Happy End belohnt.
