Tag 184

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Prediger 1

„Es ist alles sinnlos und bedeutungslos“, sagt der Lehrer, „unnütz und bedeutungslos – ja, es ist alles völlig sinnlos.“ Was hat ein Mensch davon, wenn er sich sein Leben lang müht und plagt? Generationen kommen und gehen, doch die Erde ändert sich durch die Zeiten nicht. Die Sonne geht auf und geht unter und zieht ihre Bahn am Himmel, nur um an der gleichen Stelle wieder aufzugehen. Der Wind weht nach Süden, dann dreht er ab nach Norden, er weht hierhin und dorthin, er dreht sich und schlägt um und gelangt doch nirgendwo hin. … Was einmal gewesen ist, kommt immer wieder, und was einmal getan wurde, wird immer wieder getan. Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Gibt es eigentlich irgendetwas, von dem man sagen könnte: „So etwas gab es noch nie!“? Nein, alles gab es schon irgendwann einmal – in längst vergangenen Zeiten.

Das sind nicht gerade Sätze, die wir hören wollen: Wenn es uns gut geht, machen sie uns das madig – und wenn es uns schlecht geht, geben sie uns den Rest obendrauf. Warum stehen aber solche deprimierenden Verse in der Bibel, die doch ansonsten nur davor überquillt, den Menschen tiefe Sinnerfüllung durch ein Leben mit Gott anzubieten?

Wir Menschen sind geneigt, diesen Versen eigentlich nicht zu glauben. Heute können wir uns per Internet-Newsticker minütlich upgedatet darüber berichten lassen, was in der Welt so alles vorfällt, nur um hinterher festzustellen, dass sich die Dinge wiederholen und dass selbst die große weite Welt ein Land der begrenzten Möglichkeiten ist. Schaut man sich manche Glamour-Magazine an, so illustrieren sie vielfach nur die Hohlheit des Menschen. Man blättere mal eine solche Zeitschrift durch und lege den Text aus dem Prediger daneben, dann weiß man Bescheid, was in diesen Versen gemeint ist. Treffsicher hat der Prediger Salomo dies schon ohne Massenmedien erkannt.

Aber was hilft es uns? Immerhin sagt uns der Text, dass diese Welt keine unerschöpfliche Goldgrube ist – und lenkt damit den Blick auf den, der solch ein eigentlich sinnentleertes Leben erst mit Sinn erfüllt. Kein schwacher, sondern der entscheidende Trost!