Tag 185

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Prediger 3

Alles hat seine Zeit, alles auf dieser Welt hat seine ihm gesetzte Frist:
Geboren werden hat seine Zeit, wie auch das Sterben.
Pflanzen hat seine Zeit,
wie auch das Ausreißen des Gepflanzten.
Töten hat seine Zeit, wie auch das Heilen.
Niederreißen hat seine Zeit, wie auch das Aufbauen.
Weinen hat seine Zeit, wie auch das Lachen.
Klagen hat seine Zeit, wie auch das Tanzen. …
Lieben hat seine Zeit, wie auch das Hassen.
Krieg hat seine Zeit, wie auch der Frieden.
Was also hat der Mensch davon, dass er sich abmüht? Ich habe mir die Arbeit angesehen, die Gott den Menschen gegeben hat, damit sie sich damit plagen. Gott hat allem auf dieser Welt schon im Voraus seine Zeit bestimmt, er hat sogar die Ewigkeit in die Herzen der Menschen gelegt. Aber sie sind nicht in der Lage, das Ausmaß des Wirkens Gottes zu erkennen; sie durchschauen weder, wo es beginnt, noch, wo es endet. Von dem her wurde mir klar, dass es das Beste für den Menschen ist, sich zu freuen und das zu genießen, was er hat. Denn es ist ein Geschenk Gottes, wenn jemand isst und trinkt und sich über die Früchte seiner Arbeit freuen kann.

Auch dieser Prediger-Text sprüht vor Lebensfreude nicht über und könnte uns (in einer Überdosis genossen) als Leitfaden dazu dienen, wie wir uns das Leben selbst miesmachen. Doch die Worte der Bibel sind auch hier keine platte Negativdenke. Sie relativieren das Getriebe der Menschen. Man kann nicht alles in großer Fülle und sofort haben. Alles hat seine Zeit. Es gibt solche Lebensphasen und solche. Das ist von Gott so eingerichtet.

Gott hat dem Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt, nämlich das Heimweh nach einer Heimat, an die er sich nicht mehr erinnert. Ohne Gott fehlt der Schlüssel zur Interpretation unseres Lebens. Viele Menschen spüren das in stillen Momenten, um es dann in ihren betriebsamen Stunden wieder zu verdrängen. Eigentlich können diese Worte den modernen Menschen da abholen, wo er steht. Durch die Trübheit der Gedanken hindurch weisen sie hin auf den, der dem Leben eine Richtung gibt.